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Quecksilber könnte Risiko für Autoimmun­erkrankungen erhöhen

Montag, 16. Februar 2015

Michigan – Quecksilber könnte bei Frauen das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen, auch in bisher vermeintlich harmlosen Dosen. Das berichtet die Arbeitsgruppe um Emily Somers an der University of Michigan Medical and Public Health Schools in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives (http://dx.doi.org/10.1289/ehp.1408751).

Quecksilber wird vom Menschen meist über Fischverzehr aufgenommen. Hohe Queck­silbermengen können neben akuten toxischen Wirkungen auch zu chronischen Vergif­tungen führen, mit schweren Schäden an Nervensystem und inneren Organen. Bei Schwangeren können erhöhte Quecksilbermengen ebenfalls zu Schäden beim heran­wachsenden Kind führen.

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Die US-amerikanische Food and Drug Administration empfiehlt daher Schwangeren nicht mehr als 340 Gramm Fisch zu konsumieren. Diese sollten nur geringe Quecksilber­mengen enthalten, wie Lachs, Shrimps oder Dosenthunfisch. Die Forscher der Studie stellen jedoch mit ihren neuen Ergebnissen diese Empfehlung infrage.

Die Daten von 1.352 Frauen, die zwischen 1999 und 2004 im Rahmen der National Health and Nutrition Examination Survey erhoben wurden, werteten die Forscher in ihrer Studie aus. Über Blut-, Urin- und Haarproben wurde im Rahmen der Studie auch die Quecksilberexposition der Frauen bestimmt. Die Wissenschaftler verglichen diese mit der Höhe von antinukleären Antikörpern (ANA) im Blut, die im Rahmen vieler Autoimmun­erkrankungen erhöht sein können.

Sie stellten fest, dass mit steigender Quecksilber­exposition das Risiko für erhöhte ANA-Werte wesentlich stieg. Für Frauen mit den höchsten Quecksilberwerten in den Haarproben stieg das Risiko um das Vierfache, verglichen mit Frauen aus dem ersten Quartil.

Organische Quecksilberverbindungen, wie Methylenquecksilber, schienen das größte Risiko darzustellen. Hohe Quecksilberwerte im Urin, in welchem anorganische Queck­silberverbindungen ausgeschieden werden, vergrößerten das Risiko für ANA hingegen nicht. Auch geringe Quecksilberwerte in den Haaren, die als gesundheitlich unbedenklich gelten (<0.37 ppm), erhöhten laut der Arbeitsgruppe bereits das Risiko für positive ANA-Werte.

Erhöhte Level von antinukleären Antikörpern müssen nicht zu der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen führen, seien jedoch ein Hinweis auf erste immunologische Fehlregulationen, so die Wissenschaftler. Die beobachtete Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der Quecksilberexposition und autoimmunen Antikörpern erfordere daher eine kritische Betrachtung der vermeintlich sicheren Level von Quecksilber in der Ernährung. © hil/aerzteblatt.de

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