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AMD: Kontaktlinse besitzt Teleskop-Fähigkeit

Montag, 16. Februar 2015

Lausanne – Schweizer Wissenschaftler haben eine Kontaktlinse mit einer Teleskop-Funktion entwickelt. In Kombination mit einer Brille können die Träger zwischen einer normalen und 2,8-fach vergrößerten Abbildung wechseln. Das auf einer Fachtagung in den USA vorgestellte Hilfsmittel soll Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) das Sehen erleichtern. Klinische Ergebnisse stehen jedoch noch aus.

Optiker bieten seit langen vergrößernde Lesehilfen für Patienten mit AMD an. Ihr Nutzen ist begrenzt, da die Patienten mühsam lernen müssen, die vergrößerten Buchstaben mit dem Sehfeld in der Umgebung der Macula lutea zu erkennen. Zum anderen scheuen sich viele Menschen, die Hilfsmittel in der Öffentlichkeit zu nutzen. Nicht sichtbare Hilfsmittel würden deshalb von verschiedenen Patienten begrüßt. Optisch ist einiges möglich. Seit einigen Jahren sind in den USA Intraokularlinsen mit einem Vergrößerungs­faktor von 2,2 oder 2,8 zugelassen. Ihr Nutzen ist allerdings nur durch Studien mit verhältnismäßig kleinen Fallzahlen belegt.

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Eine von dem Bioingenieur Eric Tremblay von der École polytechnique fédérale de Lausanne entwickelte umschaltbare teleskopische Kontaktlinse erzielt das gleiche Ergebnis ohne einen operativen Eingriff. Die Kontaktlinse hat zwei Bereiche zur Fokussierung der Lichtstrahlen. Im zentralen Bereich funktioniert sie wie eine konventionelle Kontaktlinse. Im Randbereich wird durch mehrfache Reflexion der Lichtstrahlen ein Vergrößerungseffekt erzielt. Um zwischen den beiden Funktionen umzuschalten, benötigen die Patienten eine Spezialbrille mit Polarisationsfilter. Die beiden Linsenbereiche lassen nur Licht einer unterschiedlichen Polarisationsebene passieren.

Das Team um Tremblay arbeitete seit längerem an der umschaltbaren teleskopischen Kontaktlinse. Auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in San Jose stellten die Forscher jetzt einen Prototypen vor, der sich kaum von einer normalen Brille unterscheidet. Zusammen mit der Kontaktlinse wollen die Forscher demnächst mit ersten klinischen Studien beginnen. Ein Einführungsdatum wurde nicht bekannt gegeben. © rme/aerzteblatt.de

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