Ausland

Irak wirft IS-Terrormiliz Handel mit Organen vor

Mittwoch, 18. Februar 2015

New York – Der Irak hat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen, sich auch über illegalen Organhandel zu finanzieren. Die Extremisten hätten Ärzte getötet, die sich geweigert hätten, dabei mit ihnen zusammenzuarbeiten, berichtete der irakische UN-Botschafter Mohammed Ali al-Hakim am Dienstagabend in New York vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die irakische Regierung habe Massengräber mit Leichen entdeckt, denen Organe entnommen worden seien, sagte er.

„Einige der Körper, die wir gefunden haben, waren verstümmelt, einige Körperteile fehlten“, erklärte der Botschafter weiter. „Das ist eine andere Form der Finanzierung.“ In den vergangenen Wochen seien mindestens zehn Ärzte getötet worden, die keine Organe hätten entnehmen wollen. Zudem warf Al-Hakim der Terrormiliz vor, sie schmuggle archäologische Kulturgüter ins Ausland, um sich zu finanzieren.

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Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies ein weiterer Beleg für die Grausamkeit und Menschenverachtung des IS, kommentierte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, den Bericht des UN-Botschafters. Er verwies darauf, dass zu solchen barbarischen Machenschaften auch immer skrupellose Geschäftemacher gehörten, die den Handel mit Organen erst möglich machen.

„Aus gutem Grund ächten die Weltgesundheitsorganisation und der Weltärztebund den Organhandel. In Deutschland steht der Handel mit Organen unter Strafe, auch wenn diese im Ausland erworben wurden. Das gilt aber noch nicht für alle Staaten. Deshalb ist es gut, dass der ständige Ausschuss des Europarats eine Konvention gegen den Organ­handel verabschiedet hat und damit auch Implantationen von gekauften Organen international unter Strafe stellen will. Die Konvention soll Ende März von den Mitglied­staaten unterzeichnet werden“, erklärte Montgomery. 

Der Sicherheitsrat hatte in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, mit der die Finanzquellen des IS und anderer radikalislamischer Gruppen im Irak und in Syrien ausgetrocknet werden soll. Die Extremisten finanzieren sich unter anderem aus dem Ölschmuggel, Lösegeldern für Geiseln und Zuwendungen aus dem Ausland. © dpa/EB/aerzteblatt.de

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