Politik

„Pille danach” soll nicht in Versandapotheken verkauft werden

Mittwoch, 18. Februar 2015

Berlin – Die „Pille danach” soll ab Mitte März zwar nicht mehr verschreibungspflichtig sein, aber für den Online-Handel der Internet-Apotheken gesperrt werden. Der Vorstoß für ein Versandhandelsverbot kommt nach Informationen aus Regierungskreisen von den Gesundheitsministern mehrerer Bundesländer. Die Änderung der Arzneimittel­verordnung und der Antrag der Länder waren demnach Thema der nicht-öffentlichen Sitzung des Bundesrats-Gesundheitsausschusses am Mittwoch. Die abschließende Entscheidung des Bundesrates soll am 6. März fallen.

Anzeige

Hinter der geplanten Sperre für den Online-Handel stehen nach einem Bericht der Welt vom Mittwoch die Gesundheitsminister der rot-grün regierten Länder Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie das schwarz-grün geführte Hessen. Der Vorschlag an sich gehe aber auf eine Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zurück.

Wie es aus Regierungskreisen weiter heißt, spricht gegen den Versandhandel zum einen die notwendige schnelle Einnahme des Notfallkontrazeptivum binnen Stunden nach dem Geschlechtsverkehr sowie die fehlende Beratung im Netz. Auch ein Kauf auf Vorrat könne beim Internethandel kaum kontrolliert werden.

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken wies den Vorwurf der schlechten Beratung und Verfügbarkeit zurück. „Es wird einmal mehr oder weniger geschickt suggeriert, dass die Apotheke vor Ort das alleinige Mittel der Wahl darstellt. Fakt ist, dass das Medikament vor Ort aber auch nicht unbedingt sofort erhältlich ist, weil es in der Regel über den Großhandel bestellt werden muss,” kritisierte Verbandspräsident Christian Buse. Zudem spreche aus seiner Sicht nichts gegen einen Vorratskauf nach eingehender Beratung.

Die Bundesapothekerkammer hat ihre Handlungsempfehlungen sowie eine Beratungs-Checkliste für die rezeptfreie Abgabe bereits veröffentlicht. Darin heiß es, dass der Apotheker die „Pille danach” der betroffenen Patientin persönlich und möglichst nicht auf Vorrat verkaufen solle. Bei minderjährigen Kundinnen weisen die Verbände auf die besondere Sorgfaltspflicht hin. Eine Abgabe ist aber laut Arzneimittelverordnung grundsätzlich an „Frauen im gebärfähigen Alter” rechtens. Die endgültige Verkaufsentscheidung liegt beim Apotheker.

© kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

31.03.16
Arzt bleibt für die „Pille danach“ Informationsquelle Nummer eins
Köln – Seit einem Jahr können Frauen die „Pille danach“ rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Die Hauptinformationsquelle bleibt aber weiterhin der Arzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des......
17.11.15
Berlin - Die Verkaufszahlen der sogenannten Pille danach sind nach dem Ende der Rezeptpflicht gestiegen, um sich nach drei Monaten auf konstantem Niveau einzupendeln. Das ergeben Zahlen der......
02.06.15
Waldems-Esch – Der Absatz von Notfallkontrazeptiva ist um rund ein Viertel gegenüber den absatzstärksten Monaten 2014 gestiegen, seit die sogenannte Pille danach rezeptfrei in Apotheken erhältlich......
06.04.15
München – Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat vor einem sorglosen Umgang mit der „Pille danach” gewarnt. Durch die seit März geltende Rezeptfreiheit dürfe nicht der Eindruck......
16.03.15
Berlin – Die Präparate zur Notfallkontrazeption EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat und Pidana mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sind ab sofort rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Eine......
06.03.15
Berlin – Die „Pille danach” wird künftig ohne Verschreibungspflicht in Apotheken erhältlich sein. Der Bundesrat stimmte am Freitag für die Änderung der Arzneimittelverordnung. Mitte März soll der......
05.03.15
Berlin – Vor einer unzureichenden Beratung zur Notfallkontrazeption – der sogenannten Pille danach – in Apotheken warnen der Berufsverband und die Fachgesellschaften der Gynäkologen in Deutschland.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige