Ärzteschaft

Windhorst: „GOÄ-Informations­paket soll bis 31. März an das Ministerium gehen“

Freitag, 20. Februar 2015

Berlin – Die Bundesärztekammer und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) wollen dem Bundesgesundheitsministerium bis zum 31. März 2015 ein erstes Informationspaket für einen abgestimmten Entwurf einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übergeben. Das sagte der Vorsitzende des Bundesärztekammer-Ausschusses „Gebührenordnung“, Theodor Windhorst, in einem gemeinsamen Interview mit dem Direktor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, im Deutschen Ärzteblatt. Wenn alles planentsprechend verlaufe, könne die neue privatärztliche Gebührenordnung am 1. Oktober 2016 in Kraft treten, so Windhorst. Er wies aber darauf hin, dass auch die Zustimmung der Beihilfe notwendig sei.  

Kernstück des Informationspaketes ist eine sogenannte „TOP-400-Liste“, die weitgehend mit dem PKV-Verband konsentiert ist. Dabei handelt es sich um Leistungen, die besonders häufig abgerechnet werden: Sie machen voraussichtlich rund 80 bis 85 Prozent des ärztlichen Honorarumsatzes aus.

Interview mit Dr. med. Theodor Windhorst, Bundesärztekammer, und Volker Leienbach, PKV-Verband: GOÄneu – Planziel Oktober 2016

Der Vorsitzende des Bundesärztekammer-Ausschusses „Gebührenordnung“ und der Direktor des PKV-Verbandes über den aktuellen Stand der Verhandlungen für eine Novellierung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Minister Gröhe hat betont, die GOÄ noch in dieser Legislaturperiode novellieren zu wollen.

Anzeige

In einem nächsten Schritt sei für die Prüfung der Gebührennummern der neuen GOÄ die Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der  Bundesärztekammer, der PKV sowie der Beihilfe geplant, berichtete Windhorst. Soweit diese inhaltlich betroffen seien, würden auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Bundeszahnärztekammer und die Bundespsychotherapeutenkammer beteiligt. Dieses Vorgehen entspreche auch den Vorstellungen der Fachgesellschaften, die im Vorfeld natürlich angehört worden seien, betonte Windhorst. Aussagen zur zukünftigen Honorarentwicklung könnten erst nach Abschluss der Verhandlungen gemacht werden.

Windhorst sprach sich dafür aus, dass die im Anschluss an die GOÄ-Novellierung fortlaufende Weiterentwicklung und Pflege der neuen GOÄ in der Bundesärzteordnung gesetzlich verankert werde. „Hauptverantwortlich bliebe hierfür der Verordnungsgeber, das heißt das BMG. Es würde dabei aber in Zukunft durch eine von der BÄK, dem PKV-Verband und der Beihilfe einzurichtenden Gemeinsamen Kommission GOÄ sowie deren Datenstelle ganz wesentlich unterstützt werden.“ © EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 24. Februar 2015, 10:15

„War einmal ein Bumerang (GOÄ)"...

frei nach Joachim Ringelnatz:
„War einmal ein Bumerang (GOÄ);
War ein weniges zu lang.
Bumerang (GOÄ) flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang (GOÄ).“

„Wir brauchen zudem ein klares Bekenntnis der Politik zu einer grundsätzlichen Novellierung der ärztlichen Gebührenordnung“, wiederholte BÄK-Präsident und Kollege, Prof. h. c. (HH) Dr. med. Frank Ulrich Montgomery noch Ende 2013 im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt. Es war und ist aber die BÄK s e l b s t, welche die zu ihrer K e r n k o m p e t e n z gehörende Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) jahrzehntelang verschlafen hat:

• GOÄ-Systematik auf dem Stand vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218)
• GOÄ-Punktwert-Anhebung in 32 Jahren (1983-2015) um 14 %
• kalkulatorischer Punktwert 10 (1983), 11 (1988), 11,4 Pfennige (1996)
• jährlicher Punktwertanstieg in 32 Jahren durchschnittlich plus 0,44% p. a.

Gleichzeitig hatte die BÄK selbst in aller Seelenruhe zugeschaut, wie es zu überwiegend Facharzt-, Technik- und Labor-lastigen, völlig unkontrollierten Mengenausweitungen mit immer obskureren Analog-Anwendungen bei den GOÄ-Abrechnungen zu Lasten der privat Krankenversicherten, der PKV und der Beihilfestellen gekommen war.

Die e i g e n t l i c h e n Ursachen für das alljährliche BÄK-Possenspiel, eine Einigung mit der PKV über eine neue GOÄ sei geradezu unaufhaltsam vertrags- und unterschriftsreif, liegen ganz woanders: BÄK und LÄKn sind mehrheitlich vom Marburger Bund (mb) dominiert und majorisiert. Der mb vertritt ausschließlich und erfolgreich die Interessen seiner angestellten und beamteten Mitglieder. Damit hat der mb k e i n substanzielles Interesse, die ökonomischen Bedingungen ausgerechnet bei den freiberuflich niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten verbessern zu wollen. Dies würde nicht nur seine eigenen mb-Tarifabschlüsse mindern, sondern zu einem mb-Mitgliederschwund führen, wenn Arzt-Niederlassungen in freier Praxis wieder attraktiver würden.

Deshalb geht mit nunmehr fast 6-jähriger Verspätung jetzt erstmal ein weiteres (un)verbindliches (?) „GOÄ-Informations­paket" bis 31. März an das Bundesgesundheitsministerium

Die neue privatärztliche Gebührenordnung, die dann am 1. Oktober 2016 in Kraft treten soll, liegt noch in weiter Ferne. Der BER-Flughafen Berlin-Brandenburg wird wohl eher fertig?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

21.11.16
Düsseldorf – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hat die Bundesregierung aufgefordert, die Servicestellen zur Vermittlung von Facharztterminen an gesetzliche Krankenversicherte wieder......
10.11.16
Berlin – Am 8. November 2016 hat die Bundesärztekammer (BÄK) die Spitzen der Verbände nach Berlin eingeladen. Diskussionsthema: Der aktuelle Stand zur Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).......
19.08.16
Berlin – Die Bundesregierung hält den derzeit nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechneten Gebührensatz für die Ausstellung eines Leichenschauscheines für nicht angemessen. Das schreibt die......
25.05.16
Deutscher Ärztetag zur GOÄ-Novelle: Grünes Licht für weitere Verhandlungen
Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag hat nach intensiver und im Verlauf zunehmend konstruktiver Debatte die Bundesärztekammer (BÄK) beauftragt, die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)......
24.05.16
GOÄ-Novelle: Montgomery warnt vor überzogenen Erwartungen
Hamburg – Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) hat Fehler bei der Novellierung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) eingeräumt, zugleich aber manchen Kritikern der bisherigen......
11.05.16
Ärztetag: Diskussion zu Pharma-Preisen, Versorgung von Flüchtlingen und GOÄ
Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) erwartet einen „schönen, spannungsreichen und mit Diskussionen gewürzten Ärztetag“ Ende Mai in Hamburg. Das erklärte BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery im......
11.05.16
Berlin – Die Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) und die von der PVS gegründete Stiftung Privatmedizin haben die Go DatenConsult GmbH gegründet, die sie kurz GOÄ-Institut nennen. Damit wollen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige