Politik

Krankenhausmanager sehen pessimistisch in die Zukunft

Sonntag, 22. Februar 2015

Berlin – Die Krankenhausmanager in Deutschland gehen davon aus, dass viele Herausforderungen in den nächsten zwölf Monaten schwieriger zu bewältigen sein werden als heute. In den Bereichen Qualität, Wirtschaftlichkeit und personelle Aufstellung sehen sie daher pessimistisch in die Zukunft. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Beratungsunternehmens Rochus Mummert.

Anzeige

Forsa befragte insgesamt 100 Geschäftsführer und Direktoren deutscher Kliniken. Sie gaben zunächst Auskunft über die derzeitige Lage und anschließend dazu, wie sich die Situation ihres Hauses aus ihrer Sicht zukünftig entwickeln wird. Auf dieser Basis hat das Unternehmen für jedes der drei Themen einen sogenannten Indexwert ermittelt, der im positiven oder negativen Bereich liegen kann.

Kostendruck ist das größte Problem
Aktuell sind die Klinikentscheider besonders pessimistisch, was die Wirtschaftlichkeit ihrer Häuser angeht. Der Indexwert beträgt für diesen Bereich -5,6. Für die personelle Aufstellung liegt der Wert bei -4,9. Lediglich beim Thema Leistungsqualität ergibt sich mit 3,7 ein positiver Wert. Rochus Mummert hat die drei Werte zu einem sogenannten Notstandsindex zusammengefasst, der bei -2,2 liegen soll.

Das mit Abstand gravierendste Problem der Kliniken ist laut der Umfrage der hohe Kostendruck: Schon jetzt sieht sich jedes fünfte Krankenhaus kaum in der Lage, diesen zu bewältigen. Zwei Drittel der Entscheider sind sich außerdem einig, dass dieses Problem in Zukunft noch zunehmen wird. Nur fünf Prozent gehen von einer Entspannung aus. Am größten ist der Anteil der Pessimisten bei den Managern öffentlicher Kranken­häuser: 78 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass sich der Kostendruck in Zukunft verschärfen wird.

Der Begriff ‚Notstand‘ ist angemessen
45 Prozent der Krankenhausleiter sind außerdem der Meinung, dass sich die Auslastung der Kapazitäten negativ entwickeln wird, nur 15 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung in ihrer Einrichtung aus.

„In der deutschen Kliniklandschaft herrscht große Unruhe, in vielen Häusern ist der Begriff ‚Notstand‘ angemessen“, lautet das Fazit des Studienleiters und Geschäftsführers von Rochus Mummert Healthcare Consulting, Peter Windeck. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

02.12.16
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht die Finanzierungsdefizite in der ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus deutlich geringer, als es Studien der Deutschen......
01.12.16
Hamburg – Die Bundeswehr investiert in den nächsten 13 Jahren für Umbau und Modernisierung des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg mehr als 220 Millionen Euro. Im Stadtteil Wandsbek werde so bis zum Jahr......
25.11.16
Bundesrat billigt Gesetz zur Versorgung psychisch Kranker
Berlin – Die Versorgung psychisch kranker Menschen soll verbessert und an die speziellen Erfordernisse der Kliniken und Patienten angepasst werden. Die Länderkammer billigte heute ein entsprechendes......
24.11.16
Details für Sicherstellungs­zuschläge stehen fest
Berlin – Die Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) haben heute Regeln beschlossen, mit denen Krankenkassen und Krankenhäuser künftig Sicherstellungszuschläge vereinbaren sollen. Damit......
21.11.16
Düsseldorf – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hat die Bundesregierung aufgefordert, die Servicestellen zur Vermittlung von Facharztterminen an gesetzliche Krankenversicherte wieder......
16.11.16
Düsseldorf – Die Repräsentanten der Krankenhäuser sehen mit dem Inkrafttreten des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) zwar einen richtigen und wichtigen Schritt, um die tradierten Rahmenbedingungen für......
11.11.16
Berlin – Der Bundestag hat gestern mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen“ (PsychVVG) auch gesetzliche Neuregelungen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige