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Gröhe begrüßt Stellungnahme des Ethikrats zum Hirntod

Mittwoch, 25. Februar 2015

Düsseldorf – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zum Hirntod begrüßt. „Dass der Deutsche Ethikrat den Hirntod einstimmig als Voraussetzung für eine Organentnahme bejaht, ist eine wichtige Bestätigung der geltenden Regelungen“, sagte Gröhe der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post vom Mittwoch.

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Nach den Organspendeskandalen der Vergangenheit sei größtmögliche Offenheit bei dem Thema geboten. „Ich teile die Auffassung, dass Transparenz und eine offene gesellschaftliche Diskussion ganz wesentlich dafür sind, das Vertrauen in die Transplantationsmedizin zu stärken“, sagte der Minister. Wer sich für eine Organspende entscheide, müsse die Gewissheit haben, dass dafür klare Regeln gelten.

Gröhe verwies zudem darauf, dass die Regelungen zur Feststellung des Hirntods regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst würden und dass Ärzte ausreichend geschult werden müssten. © kna/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 26. Februar 2015, 22:00

"Scheinheilige" Hirntod-Diskussion?

Der Deutsche Ethikrat hat mit seiner aktuellen Stellungnahme zur Diskussion über den Hirntod im Zusammenhang mit Explantation von Spenderorganen mehr Realitätsnähe gebracht. Die Gratwanderung, w a n n denn bei einem künstlich beatmeten, auf der Intensivstation mit Katecholaminen am "Funktionieren" gehaltenen menschlichen Organismus die Hirntod-Diagnostik eingeleitet werden soll, um mit der Organentnahme dieses dann tatsächlich "hirntote" Leben endgültig zu besiegeln bzw. das Leben von Organempfängern potenziell zu retten, ist für Betroffene, Öffentlichkeit, Medien und Experten von größter Bedeutung.

Und genau diese Frage wurde bislang systematisch ausgeklammert: Ich erinnere mich an eine TV-Talkshow, wo eine Klinik-Kollegin geradezu hysterisch beschwor, dass jeder Organspender immer erst mausetot sei, bevor man ihm überhaupt Organe entnehmen könne. Leider war kein Pathologe anwesend, der ihr widersprochen hätte, dass avitale, nicht mehr perfundierte Organe bis auf wenige Ausnahmen (Hornhaut-Spende) in der Transplantationsmedizin keinen Sinn machen und gerade deshalb das Hirntod-Konzept verfolgt wurde.

Nicht die "Heiligkeit" des Lebens mindert die Organspende-Bereitschaft, sondern die Scheinheiligkeit, mit der bisher über das Procedere diskutiert wurde.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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