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Psychiater stellen neue Behandlungsleitlinie Zwangsstörungen vor

Donnerstag, 26. Februar 2015

Berlin – Eine neue Leitlinie soll die Betreuung von Menschen mit Zwangsstörungen verbessern. „Zwangsstörungen werden auch heute noch häufig falsch, spät oder gar nicht diagnostiziert. Dabei wissen wir, dass den betroffenen Patienten die richtige Therapie nachhaltig hilft“, erläutert Fritz Hohagen aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Er ist einer der vier wissenschaftlichen Koordinatoren der Leitlinie.

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In Deutschland leiden laut der Fachgesellschaft jedes Jahr etwa 2,3 Millionen Menschen unter den Symptomen einer Zwangsstörung. Sie ist damit die vierthäufigste psychische Erkrankung in Deutschland. Die Betroffenen wenden oftmals mehrere Stunden am Tag dafür auf, ihren Zwängen nachzukommen. Dadurch können sie ihren normalen Tagesablauf nicht mehr bewältigen und werden handlungsunfähig.

Aus Scham verheimlichen Betroffene jedoch ihre Erkrankung oft. Durchschnittlich dauert es zehn bis fünfzehn Jahre, bis Patienten mit einer Zwangsstörung professionelle Hilfe aufsuchen. „Medikamente spielen in der Therapie eine untergeordnete Rolle, im Vordergrund stehen psychotherapeutische Interventionen“, so Hohagen.

Die von der DGPPN initiierte S3-Leitlinie bündelt das vorhandene Forschungswissen und dient als Entscheidungsgrundlage zur Behandlung und Betreuung von Personen mit Zwangsstörungen. „Sie enthält dafür 71 Empfehlungen und Statements, die auch den betroffenen Patienten und ihre Angehörigen transparent gemacht werden, um ihnen eine weitgehend selbstbestimmte Beteiligung am Behandlungsprozess zu ermöglichen“, erläutert Hohagen.

An der Entwicklung der Leitlinie haben sich 27 Fachgesellschaften und -organisationen sowie Verbände der Betroffenen und Angehörigen beteiligt. © hil/aerzteblatt.de

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