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Nationaler Krebsplan: Partizipative Entscheidung im Fokus

Donnerstag, 26. Februar 2015

Berlin – Die zwischenmenschliche Komponente und die kommunikative Kompetenz von Ärzten, Pflegenden und anderen Leistungserbringern steht beim Workshop zum Nationalen Krebsplan „Informierte Entscheidung – Quo vadis?“ im Vordergrund, der heute und morgen in Berlin stattfindet.

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„In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Information der Bevölkerung und vor allem der  Krebspatienten zu gesundheitlichen Fragen sowie der partizipative Entscheidungsprozess verbessert werden muss“, sagte Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatsministerin im BMG. Dies erfordere ein interdisziplinäres Handeln.

„Wir haben einen Paradigmenwechsel“, erklärte auch Eckhard Breitbart von der ADP. „Das Ziel einer informierten und partizipativen Entscheidungsfindung wird mittlerweile von vielen Akteuren im Gesundheitswesen sowie von den Patienten höher bewertet als das Ziel einer möglichst hohen Teilnahmerate an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.“

Workshop zum Nationalen Krebsplan

Der Workshop von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) organisiert. Internationale Experten kommen an diesen Tagen zusammen, um gemeinsam konkrete Umsetzungsvorschläge zu diskutieren, auf deren Basis sich in den nächsten fünf Jahren Ziele des Nationalen Krebsplans realisieren lassen. Die Umsetzungsvorschläge sollen in einer Roadmap „Informierte und partizipative Entscheidungsfindung 2020“ aufbereitet werden.

Deshalb müsse zum einen die Qualität  der Gesundheitsinformationen für die Menschen gesteigert und zudem versucht werden, die kommunikativen Kompetenzen von Ärzten und anderen Heilberuflern zu erhöhen sowie auch die Gesundheitskompetenz der  Allgemein­bevölkerung und insbesondere der Krebspatienten zu stärken.

Zur Stärkung der Bürger- und Patien­tenorientierung sieht der Nationale Krebsplan (NKP) bereits eine ganze Reihe von Empfehlungen vor. Dazu gehören die ausgewogene und verständliche Information der Bevölkerung über Risiken und Nutzen von Krebsfrüherkennungsangeboten, qualitätsgesicherte, gut zugängliche und auf persönliche Lebensumstände zugeschnittenen Informations-, Hilfs- und Beratungs­angebote für Krebspatienten und ihre Angehörigen sowie eine entsprechende Ausbildung von Ärzten und Medizinischen Fachangestellten.

2008 wurde der Nationale Krebsplan vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsge­meinschaft Deutscher Tumorzentren initiiert. Dabei ist es gelungen, Länder, Kranken­kassen, Rentenversicherung, Leistungserbringer, Wissenschaft und Patientenverbände als Partner für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Die Schwerpunkte des Nationalen Krebsplans liegen  auf den vier Handlungsfeldern:

  1. Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung
  2. Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung
  3. Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung (Schwerpunkt zunächst auf onkologischer Arzneimitteltherapie)
  4. Stärkung der Patientenorientierung.

Für deren  Bearbeitung wurden 13 Ziele mit weiteren Teilzielen formuliert und Empfehlungen erarbeitet. Mit der Aufnahme eines Nationalen Krebsplans setzt Deutschland auch entsprechende Empfehlungen der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation um.

Aktuellen Zahlen zufolge sind im Jahr 2010 mehr als 477.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen hat zwischen 2000 und 2010 bei Frauen um 14 Pozent und bei Männern um 21 Prozent zugenommen. Am häufigsten kommen bei Männern Prostatakrebs (65.830) und Lungenkrebs (35.040) vor. Frauen hingegen sind am häufigsten von Tumoren der Brustdrüse (70.340) und des Darms (28.630) betroffen.

Mehr als 218.000 Menschen starben im Jahr 2010 an den Folgen ihrer Krebser­krankung. Damit ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Das Zentrum für Krebsregisterdaten schätzt jährlich die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland, die Basis bilden Daten aus den epidemi­ologischen Krebsregistern der Bundesländer. Da die Erfassung in Deutschland erst seit kurzem flächendeckend ist, liegen noch nicht aus allen Bundesländern belastbare Daten vor. © ER/aerzteblatt.de

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