Medizin

Nanopartikel bringen Wirkstoffe gezielt zum Tumor

Freitag, 6. März 2015

Neuherberg – Neue präzisere Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrebs erhoffen sich Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HMGU) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU): Sie haben dazu spezielle Nanotransporter entwickelt, die Wirkstoffe gezielt an ihrem Wirkungsort in der menschlichen Lunge freisetzen. Im Tumorgewebe der Lunge führte dieser Ansatz zu einer deutlich gesteigerten Effektivität derzeitiger Wirkstoffe, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift ACS Nano (doi: 10.1021/nn5070343).

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Nanopartikel sind kleinste Teilchen, die bis in entlegene Körperpartien vordringen können. Das Besondere an der Münchener Entwicklung ist, dass die Nanotransporter den mitgeführten Wirkstoff nur in einem bestimmten Milieu freisetzen – und zwar im Bereich eines Lungentumors.

In Tumorgewebe der Lunge finden sich hohe Konzentrationen bestimmter Proteasen, also von Enzymen, die Proteine spezifisch abbauen und zerschneiden können. Diese machten sich die Wissenschaftler um Silke Meiners, Oliver Eickelberg und Sabine van Rijt zunutze, indem sie die Nanotransporter mit einer Hülle versahen, die nur von diesen Proteasen gespalten wird – erst dann wird der Wirkstoff freigesetzt.

Im übrigen Lungengewebe sind die Protease-Konzentrationen laut den Forschern zu niedrig, um die Transporthülle zu spalten. „Damit können wir den Wirkstoff, beispiels­weise ein Chemotherapeutikum, ganz gezielt am Wirkungsort, also im Tumor, freisetzen und so eine zehn- bis 25-fache Steigerung der Effektivität des Wirkstoffs im Tumor­gewebe beobachten“, erklärt Meiners. Gleichzeitig biete dieser Ansatz die Chance, die Gesamtdosis von Medikamenten zu reduzieren und damit unerwünschte Neben­wirkungen zu vermeiden oder zu reduzieren. © hil/aerzteblatt.de

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