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Exzessive Internetnutzung und Einsamkeit hängen oft zusammen

Mittwoch, 11. März 2015

Mainz – Jugendliche, die häufig Angebote von Onlinespielen und –Sexportalen nutzen, haben eine schlechtere Bindung zu ihren Freunden. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Manfred Beutel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitäts­medizin Mainz. Die Forscher haben dafür 2.400 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in Rheinland-Pfalz befragt.

„Die Betroffenen kommunizieren weniger, vertrauen ihren Freunden nicht so sehr und fühlen sich von anderen stärker entfremdet. All diese Faktoren begünstigen letztlich die soziale Ausgrenzung“, so Beutel. Digitale soziale Netzwerke seien hingegen förderlich für die Beziehung und Bindung zu Gleichaltrigen. Allerdings könnten sie zu einem sucht­artigen Gebrauch führen, welcher wiederum die Bindung zu Gleichaltrigen negativ beeinflusse.

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Laut der Studie nutzen 3,4 Prozent der befragten Jugendlichen das Internet suchtartig. Das bedeutet: Sie sind mehr als sechs Stunden täglich online, haben keine Kontrolle mehr über Onlinezeiten, geben ihre Interessen auf und erleiden schädliche persönliche, familiäre oder schulische Konsequenzen aufgrund der vielen Zeit vor dem Computer oder am Handy. 13,8 Prozent zeigen laut der Studie zwar keinen suchtartigen, aber dennoch einen exzessiven Gebrauch. Mädchen und Jungen sind davon gleichermaßen betroffen.

Im Hinblick darauf, mit welchen Inhalten sie sich online beschäftigen, unterschieden sich Mädchen und Jungen allerdings: Mädchen nutzen das Internet häufiger für den sozialen Austausch, zur Recherche und zum Online-Shopping, Jungen verbringen mehr Zeit mit Onlinespielen.

Laut der Arbeitsgruppe wenden sich sozial unsichere oder gehemmte Jugendliche eher Online-Aktivitäten zu, die weniger Kontakt und Austausch erforderten. Beutels Empfehlung lautet daher: „Eltern und Lehrern haben die Aufgabe, Jugendliche sowohl in der Entwicklung ihrer Mediennutzung zu begleiten als auch ihren sozialen Umgang zu beachten.“ © hil/aerzteblatt.de

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