Politik

SPD plant stärkere Entlastung pflegender Angehöriger

Freitag, 13. März 2015

Berlin – In der SPD gibt es Bestrebungen, pflegende Angehörige stärker zu entlasten als bisher. Zusätzlich zu der seit Januar geltenden Familienpflegezeit solle es „besondere Formen der Freistellung“ für Angehörige geben, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Freitag. Die CDU reagierte zurückhaltend: Es solle mehr über bestehende Ansprüche informiert werden, sagte der Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn (CDU).

Durch die Pflege eines Angehörigen dürften keine Nachteile im Beruf entstehen, sagte Lauterbach. Die bestehenden Regeln müssten zudem flexibler und unbürokratischer werden. „Wir haben in den letzten Jahren viel getan, um pflegende Angehörige besser zu unterstützen“, betonte hingegen Spahn. Es gebe mehr und bessere Leistungen als noch vor wenigen Jahren. „Mein Eindruck ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, was es alles gibt.“ Deshalb solle es zum Beispiel mehr Vor-Ort-Beratung geben.

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Seit Jahresbeginn können Menschen, die einen Angehörigen pflegen, für maximal zwei Jahre ihre Berufstätigkeit einschränken. Der Bund gewährt dafür zinslose Darlehen. Am Donnerstag hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass 71 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut werden. Von diesen erhielten 1,25 Millionen ausschließlich Pflegegeld - was bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden.

„Offenbar traut die Koalition ihren eigenen Reformen nicht“, kommentierte die Grünen-Pflegeexpertin Elisabeth Scharfenberg Lauterbachs Vorstoß. Der SPD-Politiker habe völlig Recht. „Die Pflegezeitgesetze sind völlig unzureichend und gehen total an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei.“

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, forderte den Ausbau niedrigschwelliger Angebote für pflegende Angehörige. Er sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, die Familie sei noch immer der „größte Pflegedienst der Nation“. Pflegende Angehörige benötigten dringend Entlastung im Alltag. Viele Angehörige wüssten aber zu wenig über bestehende Möglichkeiten wie etwa die Tagespflege. „Hier wäre eine bessere Beratung durch die Pflegekassen sehr wichtig“, sagte Neher. © afp/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Dienstag, 17. März 2015, 12:52

SPD plant stärkere Entlastung.............

Herr Neher, Präsident des Caritasverbandes, müsste in seinem von ihm vertretenen Unternehmen doch längst beobachtet haben, dass die Pflegekassen meist "pro domo" argumentieren und handeln. Es sollten sich m.E. alle die Institutionen um Aufklärung über die Möglichkeiten der Pflege und Betreuung informieren, die im nahen Kontakt zu älteren Personen stehen. Nicht nur Ärzte, Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen u.a., sondern auch Apotheken, Therapeuten, Sanitätshäuser, Sportvereine usw. Meine Vorträge auf Messen und Symposien "Es muss nicht immer Altenheim sein" zielen genau darauf. Ein Teil dieser Informationen muss auch auf die Kostenunterschiede beziehen. Daher sind die Pflegekassen meist (immer) Partei.
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