Vermischtes

75-Jährige geistig fitter und glücklicher als vor 20 Jahren

Montag, 23. März 2015

Berlin – Gute Nachrichten für Senioren und alle, die sich um das Alter Gedanken machen, haben verschiedene Berliner Forschungseinrichtungen: Danach bleiben die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden heute im Alter länger erhalten als noch vor 20 Jahren. Die heute 75-Jährigen sind im Durchschnitt geistig erheblich fitter als die 75-Jährigen als Mitte der 90er Jahre. Zugleich zeichnet sich die Generation der heute 75-Jährigen durch höheres Wohlbefinden aus und ist insgesamt zufriedener mit ihrem Leben.

Das zeigt eine gemeinsame Studie, darunter die Humboldt-Universität zu Berlin, die Charité Universitätsmedizin Berlin, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP). Die Forscher nutzten die Daten von 708 über 60-jährigen Berlinern, die im Rahmen der „Berliner Altersstudie II“ auf ihre geistige Leistungsfähigkeit getestet und nach ihrem Wohlbefinden befragt wurden.

Anzeige

Diese verglichen sie mit den Daten der Vorgängerstudie aus den frühen 1990er-Jahren und identifizierten 161 „statistische Zwillingspaare“, weitestgehend bestehend aus jeweils einer Person desselben Geschlechts aus jeder der beiden Studien, die einander in Alter und Bildung möglichst ähnlich sind. Zusätzlich berücksichtigten sie diagnostizierte Krankheiten bei der Auswertung.

„Die Zugewinne, die wir an kognitiver Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden in Berlin gemessen haben, sind beträchtlich und von großer Bedeutung für die Lebensqualität im Alter“, kommentierte Ulman Lindenberger, Direktor am Forschungsbereich „Entwicklungs­psychologie“ des MPIB. Die Wissenschaftler bringen die Gewinne mit soziokulturellen Faktoren wie dem Bildungsniveau in Verbindung. Zum gesteigerten Wohlbefinden trügen aber auch die bessere körperliche Fitness und die damit verbundene höhere Selbst­ständigkeit im Alter bei.

„Wir rechnen jedoch damit, dass die beobachteten positiven Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden am Lebensende deutlich abnehmen“, ergänzt Denis Gerstorf, Professor für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach einem Zuwachs an guten Lebensjahren sei nach wie vor mit einem schnellen und deutlichen Nachlassen der Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens am Lebensende zurechnen, so Gerstorf. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

08.08.16
Potsdam – Die Zahl der Menschen mit Alterskrankheiten ist in Brandenburg zuletzt deutlich gewachsen. Im vergangenen Jahr wurden 26.500 Menschen mit entsprechenden Beschwerden in Kliniken behandelt.......
02.06.16
Berlin – Eine älter werdende Bevölkerung wird in den Jahren 2020 bis 2035 insbesondere Urologen, Augenärzte, Fachinternisten und Hausärzte zeitlich stärker in Anspruch nehmen als im Vergleichsjahr......
11.04.16
Internisten setzen Innovationen demografischem Wandel entgegen
Mannheim – Den medizinischen Fortschritt der zunehmenden Alterung der Gesellschaft entgegenstellen will die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). „Ältere, multimorbide Patienten haben......
25.02.16
Hausarztdichte senkt vorzeitige Sterblichkeit in der Bevölkerung
Leicester – In Regionen mit einer hohen Hausarztdichte kommt es zu weniger vorzeitigen Todesfällen, was eine Querschnittstudie aus England in BMJ Open (2016;6: e009981) auf eine bessere Versorgung von......
26.01.16
Berlin – Erstmals seit der Wende zogen im Jahr 2013 mehr Menschen in die ostdeutschen Bundesländer (ohne Berlin), als aus ihnen abwanderten. Das geht aus der Studie „Im Osten auf Wanderschaft“ des......
26.01.16
„Dünn besiedelte Regionen werden in Ost und West zunehmen“
Berlin – „Wir haben in Deutschland nicht nur einen demografischen, sondern einen geo-demografischen Wandel. Das bedeutet, der Wandel vollzieht sich in verschiedenen Gebieten unterschiedlich schnell.“......
28.09.15
Genf – Die Gesundheitsversorgung für einen Großteil der Menschen über 65 Jahren ist weltweit mangelhaft. Mehr als 300 Millionen Menschen dieser Altersgruppe hätten keinen Zugang zu einer angemessenen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige