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Eisenmangel: Meta-Analyse sieht keinen Nutzten für Screening von Schwangeren und Kleinkindern

Montag, 30. März 2015

Portland – Schwangere haben häufig niedrige Eisenwerte. Diese schaden nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse in den Annals of Internal Medicine (2015; doi: 10.7326/M14-2932) aber weder der Mutter noch dem Kind, solange es zu keiner symptomatischen Anämie gekommen ist. Die Autoren raten deshalb von einem Screening in der Schwangerschaft ab. In einer weiteren Meta-Analyse in Pediatrics (2015; doi: 10.1542/peds.2014-3979) finden sie auch keine Argumente für ein Screening von Kleinkindern. Die Studien wurden im Auftrag der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) erstellt, die die dortige Regierung berät.

Während der Schwangerschaft kommt es zu einem gesteigerten Bedarf an Eisen, da der Fötus mitversorgt werden muss. Etwa 18 Prozent der Schwangeren entwickeln einen Eisenmangel, bei 5 Prozent kommt es zu einer Eisenmangelanämie. In diesem Fall ist eine Behandlung erforderlich. Ob allerdings routinemäßig alle Schwangeren Eisen­tabletten nehmen sollten oder ob die Eisenwerte überprüft werden sollten, auch wenn keine Symptome einer Eisenmangelanämie wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Schwäche vorliegen, ist umstritten.

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Im Jahr 2006 hatte sich die USPSTF noch für ein Screening und die Behandlung von asymptomatischen Schwangeren mit einem Eisenmangel ausgesprochen. Die jetzt bei einem Team um Christina Bougatsos von der Oregon Health & Science University in Portland in Auftrag gegebene Meta-Analyse kann jedoch für beide Empfehlungen keine sichere Evidenz ermitteln.

Die Auswertung von elf Studien habe nur „inkonsistente“ Auswirkungen auf die Häufigkeit von Kaiserschnitten, Mangelgeburten (SGA) oder Frühgeburten, Apgar-Scores oder Säuglingssterblichkeit ergeben, berichtet das Team jetzt. Auch ein Einfluss auf die Lebensqualität der Mutter sei nicht erkennbar, schreiben die Autoren, die deshalb davon abraten, alle Schwangeren zu testen. Die USPSTF, die ihre Leitlinie überarbeiten will, dürfte aller Voraussicht nach den Vorschlägen der Autoren folgen.

Schwangere, die bereits unter einer manifesten Anämie litten, waren in den meisten der Meta-Analyse zugrunde liegenden Studien ausgeschlossen worden. Für sie gilt in der Regel eine Empfehlung zur Behandlung. Eine Meta-Analyse der Harvard School of Public Health in Boston war vor zwei Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Eisensubs­titution das Geburtsgewicht des Kindes erhöht und das Risiko auf eine Mangelgeburt senkt. Ein Einfluss auf die Frühgeburtenrate war dagegen nicht eindeutig erkennbar (BMJ 2013; 346: f3443).

Eine weitere von der USPSTF beauftragte Meta-Analyse beschäftigte sich mit der Frage, ob Kleinkinder auf einen Eisenmangel gescreent und bei einem auffälligen Laborbefund mit Eisen behandelt werden sollten. Die Eisengabe soll dann die körperliche und kog­nitive Entwicklung der Kinder fördern. Auch für diese Empfehlung konnte das Team um Bougatsos keine Evidenz finden, so dass sich die USPSTF auch hier gegen ein Screening aussprechen dürfte. © rme/aerzteblatt.de

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