Ärzteschaft

Urologen starten Aufklärungskampagne zum Hodenhochstand

Mittwoch, 8. April 2015

Berlin – Auf den Hodenhochstand als eine der häufigsten urologischen Erkrankungen von Kindern weist die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hin. Bei etwa drei Prozent aller zum Termin geborenen Jungen sind ein oder beide Hoden laut der Fachgesellschaft nicht im Hodensack tastbar. „Wird der Hodenhochstand nicht bis zum Ende des ersten Lebensjahres behandelt, drohen Unfruchtbarkeit und ein bis zu achtfaches Risiko, später an Hodenkrebs zu erkranken“, warnt Raimund Stein, Vorsitzender des DGU-Arbeitskreises Kinder- und Jugendurologie.

Eine Kampagne der Fachgesellschaft im Internet soll nun darüber aufklären. „Wir wollen die modernen Formen der sozialen Interaktion nutzen und Eltern kleiner Jungen in ihren Lebenswelten abholen, um ihr Bewusstsein für Hodenhochstand zu wecken und sie über Diagnostik und aktuelle Therapieformen zu informieren“, erläutert der DGU-Präsident Stephan Roth.

Anzeige

Gut aufgeklärte Eltern könnten wesentlich dazu beitragen, die Entwicklungsstörung früh­zeitig zu erkennen, da die verschiedenen Formen einer Hodenfehllage bei den Vorsor­geuntersuchungen nicht immer zweifelsfrei zu diagnostizieren seien: Während ein sogenannter Bauchhoden und ein Leistenhoden dauerhaft nicht im Hodensack liegen, kann ein Pendelhoden bei einer Untersuchung durchaus vom Arzt tastbar sein, aber bei Kälte oder Bewegung wieder in den Leistenkanal wandern.

Ein Gleithoden lässt sich zwar herunterziehen, rutscht aber rasch wieder in die Leiste. Außerdem kann ein bei Geburt im Hodensack gelegener Hoden später wieder in den Leistenkanal aufsteigen und dort permanent liegen bleiben.

„Durch eine sehr frühzeitige Behandlung des Hodenhochstandes wird die spätere Frucht­barkeit der Jungen verbessert und gleichzeitig das Risiko für einen späteren Hodenkrebs gesenkt“, erläutert die DGU-Pressesprecherin Sabine Kliesch. Aus diesem Grunde sollten Eltern alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, bei ihren Söhnen auf die Lage der Hoden achten, und bei Unsicherheit ab dem siebten Lebensmonat einen Urologen aufsuchen, rät sie.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

10.08.16
USA: Hodenkrebs und Glioblastom ohne Versicherungsschutz mit schlechterer Prognose
Boston/Baltimore - Junge US-Amerikaner mit Hodenkrebs, die keinen Versicherungsschutz haben oder auf staatliche Beihilfen durch Medicaid angewiesen sind, haben einer Studie in Cancer (2016; doi:......
08.08.16
Köln – Eine sogenannte Thuliumlaser-Resektion (TmLRP) hat bei Patienten mit einer benignen Prostatahyperplasie Vorteile gegenüber den Standard-OP-Verfahren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für......
13.07.16
Urologische Onkologie: Zahl der Publikationen gestiegen
Paris – In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Publikationen aus dem Fachgebiet der urologischen Onkologie um 43 % an. Vor allem Studien zum Peniskarzinom verzeichneten einen Zuwachs. Zu diesem......
24.05.16
Paris – Bei Kindern einen fehlenden Hoden durch ein Implantat zu ersetzten, ist ein eher seltener Eingriff. Die Rate der Komplikationen steigt jedoch deutlich, wenn der Zeitraum zwischen der......
10.05.16
Berlin – Ein internetbasiertes Zweitmeinungsverfahren bei der Behandlung von Hodentumoren hat die Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) bereits 2006 initiiert. Rund 5.000......
27.10.15
London - Mit der Entdeckung von vier weiteren Einzelnukleotid-Polymorphismen steigt die Zahl der Risikogene, die mit testikulären Keimzelltumoren assoziiert sind, auf 25. Sie erklären laut der......
10.09.15
London - Etwa die Hälfte aller Seminome und Nichtseminome werden vermutlich durch Genmutationen ausgelöst, die vom Vater oder der Mutter geerbt wurden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige