Politik

Wie Ärzte und Patienten Qualitätsberichte besser nutzen können

Mittwoch, 8. April 2015

Köln – Wie Ärzte und Patienten die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sinnvoll nutzen können, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Infopaket dargestellt. Das Institut zeigt darin, welche Daten für die Suche nach einem passenden Krankenhaus hilfreich sein können und wie sie sich erschließen lassen.

Seit 2005 sind Krankenhäuser in Deutschland gesetzlich verpflichtet, in Qualitäts­berichten über ihre Arbeit zu informieren. Sie enthalten unter anderem Angaben zur Spezialisierung einer Klinik, zur Häufigkeit einer bestimmten Behandlung und zur Anzahl von Komplikationen, die dabei auftreten.

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Sie gelten aber oft als schwer verständlich. Das hat mehrere Gründe: Die Kliniken übermitteln ihre Berichte in einem einheitlichen Raster, um die Informationen maschinenlesbar zu machen. So entstehen oft mehrere hundert Seiten umfassende Berichte mit zahlreichen Tabellen, die nicht redaktionell bearbeitet werden. Hinzu kommt, dass die Qualität mit Hilfe sogenannter Qualitätsindikatoren gemessen wird. Diese fachsprachlichen Bezeichnungen sind aber vielen Patienten nicht geläufig.

Das neue Infopaket des IQWiG soll jetzt auf die Qualitätsberichte aufmerksam machen und aufzeigen, wie sie sich für die Suche nach einem passenden Krankenhaus nutzen lassen: Ein Flyer umreißt die Inhalte der Berichte, ihren Nutzen für Patienten und weist auf weitere Informationsquellen hin.

Eine Langfassung beschreibt Inhalt und Aufbau der Berichte detailliert, erläutert die Suche mithilfe von Klinik-Suchmaschinen und stellt dar, wie Qualität gemessen und bewertet wird. Diese Langfassung wendet sich auch an Ärzte.

© hil/aerzteblatt.de

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Loewenherz
am Donnerstag, 9. April 2015, 15:27

solange Qualität....

Solange Qualität oftmals mit "DIN-ISO-Gerechtigkeit der Dokumentation" gleichgesetzt wird, ist das eh nur Makulatur. So wie mir zuletzt ein Freund berichtete, dass in den Pflegeheimen laut TÜV-Qualitätssiegel die Dokumentation des aufgetretenen Dekubitus mehr Einfluss auf die Note beim PflegeTÜV hat, als die Häufigkeit des Vorkommens.
Wahnwitzig.
popert
am Donnerstag, 9. April 2015, 00:10

Absurder Unsinn

Die Idee der "Qualitäts-Datenbanken" spiegelt nur die Selbstüberschätzung der Gesundheitsökonomen. Als Hausarzt hat man
1. für derlei Spielereien keine Zeit
2. durch Patienten-Rückmeldungen viel bessere Entscheidungsbasis
3. eine erhebliche Skepsis gegenüber den dargestellten Ergebnissen
4. oft wegen Bettenknappheit sowieso keine Wahl
Vorschlag: unnötige Bürokratie einsparen und die Statistiker da einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden: in der Pflege!
(Gibt es irgendeine Untersuchung, die den Sinn dieser Statistiken belegt?)
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