Ärzteschaft

Apotheker gegen Legalisierung von Cannabis-Eigenanbau

Freitag, 17. April 2015

Berlin – Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat sich dafür ausgesprochen, Cannabis wie andere Arzneimittel zu behandeln. Das gelte für die Verwendung der getrockneten Pflanzenteile ebenso wie für Zubereitungen aus Cannabis.

„Alle Arzneimittel gehören in die Hände des Apothekers. Wenn Cannabis gegen Schmerzen ärztlich verordnet wird und die Funktion eines Arzneimittels hat, dann muss es anderen Arzneimitteln gleichgestellt werden“, forderte BAK-Präsident Andreas Kiefer. Cannabis sollte deshalb vom Arzt verordnet, vom Apotheker geprüft und abgegeben sowie von der Krankenkasse bezahlt werden.

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Der BAK-Präsident betonte, dass an Cannabis-Blüten vom Anbau bis zur Anwendung die gleichen Qualitätsstandards wie für alle anderen Arzneimittel angelegt werden müssen. Das bedeute auch, dass diese pharmazeutischen Qualitätsanforderungen in einer Monographie wie dem Deutschen Arzneimittel Codex (DAC) definiert werden müssen. „Daran arbeiten wir intensiv“, verwies Kiefer. Bei einem Eigenanbau im Wintergarten sei die Einhaltung der hohen Qualitätsstandards, die aus Gründen der Arzneimittelsicherheit an Arzneimittel anzulegen sind, allerdings nicht gewährleistet. „Daher können wir die Legalisierung des Eigenanbaus nicht gutheißen“, so Kiefer.

Das therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden

Die Erkenntnisse zum therapeutischen Potenzial von Cannabisprodukten wurden in den vergangenen Jahren durch eine große Zahl klinischer Studien erheblich verbessert (1–5). Bereits im Oktober 2008 erklärten daher die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft anlässlich einer Anhörung im Gesundheitsausschuss

Ihm zufolge müssen die Kosten für medizinisch verordnetes Cannabis folgerichtig von der Krankenkasse übernommen werden. Dies sollte für alle Rezepturarzneimittel gelten, die Cannabis oder dessen Zubereitungen enthalten. „Wenn ein Arzt einem schwer­kranken Patienten Cannabis verordnet, muss die Krankenkasse die Kosten für dieses Arzneimittel übernehmen“, sagte Kiefer. „Eine Zweiklassen-Pharmazie lehnen wir entschieden ab: Unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit haben alle Patienten das gleiche Recht auf Arzneimittel, die einheitlichen pharmazeutischen Qualitätsanforderungen genügen", so der BAK-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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