Politik

Wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser verschlechtert sich weiter

Dienstag, 21. April 2015

Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland sind trotz steigender Umsätze 2014 weiterhin stark unter Druck: Nur knapp jedes zweite Krankenhaus erreichte im vergangenen Jahr ein positives Jahresergebnis. Eine Verbesserung ist nicht abzusehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aktuelle Diagnose und Therapie der wirtschaftlichen Misere deutscher Krankenhäuser“ der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants. Befragt wurden Vorstände und Geschäftsführer der 400 größten deutschen Krankenhäuser, meist in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft.

„Auch 2015 wollen rund 90 Prozent der deutschen Krankenhäuser ihre Umsätze steigern, aber der zunehmende Kostendruck und gesetzliche Einsparmaßnahmen werden den Anteil defizitärer Häuser nochmals erhöhen“, sagte Peter Magunia, Leiter der sogenannten Healthcare Practice Deutschland bei Roland Berger. Daher werde sich auch die Liquidität verschlechtern. So stufen 36 Prozent der Befragten ihre Liquiditätssituation im laufenden Jahr als kritisch ein. 2014 waren es 29 Prozent.

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Laut der Umfrage erwarten über 90 Prozent der Krankenhausleiter in den kommenden fünf Jahren keine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Daran wird auch die aktuelle Gesundheitspolitik nichts ändern – davon sind 86 Prozent der Befragten überzeugt.

Fast 60 Prozent der Befragten klagen über nicht ausreichende Mittel für Investitionen. Die Gründe sind fehlende Fördermittel, zu geringe Überschüsse oder fehlende alternative Finanzierungsmöglichkeiten.

Viele Krankenhäuser haben laut der Unternehmensberatung ihre schwierige Lage erkannt und versuchen, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Zum Beispiel planten rund drei Viertel der befragten Manager eine bessere Bettenauslastung oder „mehr Effizienz beim medizinischen und Pflegepersonal“. „So kann zum Beispiel die Verweildauer von Patienten reduziert werden; sodass das vorhandene Personal sich um weitere Patienten kümmern kann“, erläuterten die Studienautoren.

In der Studie berichten 84 Prozent der Befragten, die größte Herausforderung sei nicht, geeignete Restrukturierungsmaßnahmen zu identifizieren, sondern sie umzusetzen. „Ärzte und Pflegepersonal sollten für die notwendigen Veränderungen sensibilisiert und bei der Umsetzung frühzeitig eingebunden werden“, so Magunia. Die Unterstützung durch Führungskräfte und Mitarbeiter sei deshalb für 92 Prozent der Befragten die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Restrukturierung. Dabei sei es wesentlich, Ziele und Fortschritte einzelner Maßnahmen sowie Zielvorgaben transparent zu kommunizieren. © hil/aerzteblatt.de

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Rie-Rie
am Dienstag, 21. April 2015, 17:24

Ehrliche Debatte notwendig

Ärzte und Pflegekräfte arbeiten heute bereits oft am Limit, Patienten werden "blutig" entlassen. Durch erhöhten Durchsatz läßt sich allerhöchstens die Qualität verschlechtern und die ambulante Versorgung belasten.
Wesentlich wichtiger wäre eine ehrliche Debatte mit den Versicherten darüber, was medizinische Versorgung kosten darf und vor allem sollte geklärt werden, ob Klinikkonzerne "Rosinenpickerei" betreiben und ihren Aktionären auch in Zunkunft Gewinne, die aus Sozialbeiträgen und öffentlichen Geldern finanziert werden, auszahlen dürfen.
Rie-Rie
am Dienstag, 21. April 2015, 17:23

Ehrliche Debatte notwendig

Ärzte und Pflegekräfte arbeiten heute bereits oft am Limit, Patienten werden "blutig" entlassen. Durch erhöhten Durchsatz läßt sich allerhöchstens die Qualität verschlechtern und die ambulante Versorgung belasten.
Wesentlich wichtiger wäre eine ehrliche Debatte mit den Versicherten darüber, was medizinische Versorgung kosten darf und vor allem sollte geklärt werden, ob Klinikkonzerne "Rosinenpickerei" betreiben und ihren Aktionären auch in Zunkunft Gewinne, die aus Sozialbeiträgen und öffentlichen Geldern finanziert werden, auszahlen dürfen.
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