Ärzteschaft

Anästhesisten wollen Tele-Intensivmedizin ausbauen

Dienstag, 5. Mai 2015

Düsseldorf – Die Tele-Intensivmedizin kann die Versorgung schwerstkranker Patienten sichern und verbessern. Das erwartet die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). „Mit der Telemedizin stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Ära in der intensivmedizinischen Behandlung“, sagte die Präsidentin der Fachgesell­schaft und Kongresspräsidentin des Deutschen Anästhesiekongresses, Thea Koch. Die DGAI erwartet, dass der Bedarf an wohnortnaher und hochwertiger intensivmedizinischer Versorgung in den kommenden Jahren steigt. Eine neue Kommission „Telemedizin“ soll daran arbeiten, die Vorteile der Tele-Intensivmedizin flächendeckend verfügbar zu machen.

„Für kleinere Krankenhäuser wird es immer schwieriger, die ressourcenaufwendige Versorgung auf der Intensivstation sicherzustellen“, erklärte Gernot Marx, Mitinitiator und Sprecher der Kommission Telemedizin. Ein besonderes Problem sei, 24 Stunden am Tag einen erfahrenen Facharzt bereitzuhalten. „Den intensivmedizinischen Herausfor­derungen der Zukunft können wir aber mit der Telemedizin effektiv begegnen“, so Marx.

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Sie bringe die fehlende Fachkenntnis auf schnellstem Wege dorthin, wo sie gebraucht werde. Vorbildlich sei in diesem Zusammenhang das Projekt „Telematik in der Intensivmedizin“ (TIM) am Universitätsklinikum Aachen. Das unter Mitwirkung des Direktors der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care gegründete Telemedizinzentrum ist mit zwei Krankenhäusern der Region über eine verschlüsselte und sichere Datenleitung verbunden.

Während täglicher Tele-Visiten oder im Krisenfall können die Partnerhäuser auf ein aus erfahrenen Intensivmedizinern bestehendes Team zurückgreifen. Durch die Echtzeit­übertragung der Patientenwerte unterstützen die Experten die behandelnden Ärzte vor Ort bei wichtigen Entscheidungen in Sekundenschnelle.

„Die Daten zeigen deutlich das Potenzial, das in der Teleintensivmedizin steckt“, bilanzierte Koch. Keine andere medikamentöse oder technische Innovation der letzten 20 Jahre liefere ein auch nur annähernd beeindruckendes medizinisches und wirtschaftliches Ergebnis, so die Präsidentin der Fachgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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