Ärzteschaft

Marburger Bund fordert mehr Geld für genügend Personal im Krankenhaus

Montag, 11. Mai 2015

Frankfurt – Der Marburger Bund (MB) hat die geplante Krankenhausreform kritisiert und die Politik aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Kliniken genügend Personal anstellen und dieses auch angemessen bezahlen könnten. Im Referentenentwurf für die Reform habe aber der Abbau von angeblichen Überkapazitäten Vorrang vor einer auskömm­lichen Finanzierung. „Unter dem Deckmantel einer Qualitätsoffensive wird der Mangel durch Kapazitätsabbau verschärft. Dem Bürger werden Qualitätsdefizite in der Versor­gung suggeriert“, kritisierten die Delegierten der 127. MB-Hauptversammlung am vergangenen Wochenende in Frankfurt.

Anzeige

Ende April hatte das Bundesgesundheitsministerium den Referentenentwurf für eine Krankenhausreform vorgelegt. Der 121 Seiten umfassende Gesetzentwurf sieht dabei eine Fülle von Maßnahmen vor, mit denen unter anderem Qualität als Planungs- und Finanzierungselement in das System eingebaut und die angeblichen Überkapazitäten in der Krankenhauslandschaft abgebaut werden sollen.

Der MB wies auf der Hauptversammlung wieder daraufhin, dass die Länder ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, den Krankenhäusern genügend Mittel für notwendige Investitionen bereitzustellen. Diese müssten daher mitunter auf Geld aus der Patien­tenversorgung zurückgreifen, um Bauvorhaben und andere Investitionen zu bezahlen. „Die bisher nur von einzelnen Krankenhäusern betriebene missbräuchliche Verwendung von Versichertengeldern wird durch den vorliegenden Referentenentwurf legalisiert“, kritisierten die Delegierten. Dabei benötigten die Kliniken das Geld dringend für Personalkosten, deren Anteil im Krankenhaus bei über 60 Prozent der Gesamtkosten liege.

Deutlich zu wenig Geld bekommen die Krankenhäuser laut dem MB auch für ambulante Behandlungen. Derzeit fingen Krankenhäuser in ihren Ambulanzen nicht nur Engpässe im Notdienst ab, sondern versorgten auch eine Vielzahl von regulären Patienten mit, wenn deren eigentlich behandelnder Vertragsarzt nicht verfügbar sei. Sie erhielten für diese Leistungen keine ausreichende Refinanzierung ihrer kostenintensiven Strukturen. „Dies führt zu einer unzureichenden Personaldecke mit Arbeitsverdichtung bei Ärzten und Pflege und geht zu Lasten der adäquaten Versorgung der Notfallpatienten“, kritisierte die MB-Hauptversammlung. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

18.05.16
Anhörung: Streit um Kreiskrankenhaus Wolgast geht weiter
Schwerin - Die Schließung mehrerer Abteilungen im Kreiskrankenhaus Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) bleibt umstritten. In einer öffentlichen Expertenanhörung am Mittwoch im Landtag wurde von......
18.05.16
Stuttgart – Vorübergehende Schließungen von Klinikabteilungen wegen Personalengpässen sind nach Auskunft der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) keine Seltenheit mehr. „Das waren......
13.05.16
„Für die Krankenkassen steht das Sparen an erster Stelle“
Heide – In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Selbstverständnis der Krankenkassen gewandelt – sie wollen die Gesundheitsversorgung nicht mehr nur bezahlen, sondern mitgestalten. Nicht selten......
28.04.16
Ulm – Für die Universitätsmedizin Ulm war 2015 mit einem Gewinn von 414.000 Euro ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Nach dem negativen Ergebnis in zweistelliger Millionenhöhe von 2013 ist dies der......
28.04.16
Hamburg – Rund 2,3 Millionen Patienten und damit so viele wie noch nie haben die Mitarbeiter in den rund 150 medizinischen Einrichtungen des Asklepios-Konzerns im vergangenen Jahr behandelt. Der......
26.04.16
Düsseldorf – Die Förderlücke bei den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt bei eine Milliarde Euro pro Jahr. Das zeigt ein neues Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für......
21.04.16
Berlin/Frankfurt – Der Marburger Bund (MB), Landesverband Hessen, unterstützt die Qualitätsoffensive der Bundesregierung für die Gesundheitsversorgung, warnt aber, ohne das notwendige Personal werde......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige