Politik

Sozialverbände und Gewerkschaft fordern Aufwertung der Pflegeberufe

Montag, 11. Mai 2015

Berlin - Gewerkschaften sowie Sozial- und Berufsverbände haben bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im Pflegebereich gefordert. Pflegefachkräfte seien „die tragende Säule in der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen“, erklärte Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (Dbfk), am Montag in Berlin zum Internationalen Tag der Pflege. Immer mehr Pflegende in Heimen, Kliniken und in der häuslichen Pflege „zerbrechen“ allerdings angesichts der Belastungen.

Die Ressourcen an Energie und Motivation, um die Mängel vor allem im personellen Bereich zu kompensieren, seien aufgebraucht, kritisierte der Berufsverband.

Anzeige

Auch der Sozialverband SoVD fordert bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Pflege. „Überbelastung und Unterbezahlung werden den Personalmangel in der Altenpflege künftig deutlich verschärfen“, erklärte Verbandspräsident Adolf Bauer. Es sei davon auszugehen, dass später rund 152.000 Fachkräfte fehlen werden. Es sei Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Ausbildungseinrichtungen, diesen absehbaren Pflegenotstand rechtzeitig zu stoppen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten an Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen für Dienstag zu einem bundesweiten Aktionstag auf, um ausreichend Personal und eine bessere Bezahlung einzufordern. „Wir fordern bundesweit verbindliche Personalschlüssel in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Bund und Länder dürften die dramatische Situation nicht länger ignorieren.

Am Montag informierte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, über eine Veranstaltungsreihe zur Entbürokratisierung der Pflege. Bundesweit soll in den nächsten Wochen für das neue Modell zur Vereinfachung und Entbüro­kratisierung der Pflegedokumentation geworben werden.

Zu den Veranstaltungen wurden alle 29.000 stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in Deutschland eingeladen. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

H.-D. Falkenberg
am Dienstag, 12. Mai 2015, 02:20

Sozialverbände und Gewerkschaften fordern Aufwertung der Pflegeberufe

Schon vor Jahren hatte ich mich in einem persönlichen Brief an die Ministerpräsidentin eines Bundeslandes angeboten, durch Vorträge in Schulen auf die Attraktivität der Pflegeberufe hinzuweisen.In einem Video hätte ich als Praktikant (Hospitant) in Pflegeeinrichtungen zeigen können, dass die täglichen Herausforderungen auch Berufung sein können (müssen). Als Rentner hatte (habe) ich Zeit dazu, natürlich sollte der Einsatz kostenfrei sein. Leider wurde dieses Schreiben nie beantwortet. Ein Anruf irgendeiner Mitarbeiterin informierte mich darüber, dass "Frau Ministerpräsidentin sich sehr gefreut habe, sie aber keinen Bedarf an solchen Informationen sehe!" - üblicher Wortlaut.
5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

18.01.17
Leipzig – Die fachärztliche Betreuung pflegebedürftiger Menschen in Sachsen ist laut Barmer-Ersatzkasse im bundesweiten Vergleich „beispielhaft“. Gesetzliche Neuerungen hätten gegriffen und diese......
18.01.17
Berlin – Unangemessenes Verhalten gegenüber Pflegebedürftigen ist weiterhin ein verbreitetes Problem. Etwa jeder dritte Mitarbeiter in der Pflege erlebt regelmäßig Situationen, in denen die Rechte......
04.01.17
Erfurt – Die Altenpflege ist in Thüringen eine der am stärksten wachsenden Branchen. Die Zahl der Beschäftigten stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3.000 auf 64.300, wie die Landesgeschäftsstelle......
28.12.16
Berlin/Potsdam – Die Pflege erfährt im kommenden Jahr zahlreiche Neuerungen. In Berlin und Brandenburg kündigten die Gesundheits- und Sozialministerien heute an, sich des Themas weiter anzunehmen.......
19.12.16
Merkel: Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden
Berlin – Pflegekräfte in Deutschland werden nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht ausreichend bezahlt. Merkel sagte in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen......
16.12.16
Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Krankentransport-Richtlinie an neue Maßstäbe der Pflegebedürftigkeit angepasst. Grund dafür ist der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der laut......
16.12.16
Bundesrat beschließt zahlreiche Reformen
Berlin – Der Bundesrat hat heute zahlreiche Reformen rund um die Themen Gesundheit und Soziales gebilligt. Es geht unter anderem um Arzneimittel, Pflege sowie die Teilhabe von behinderten Menschen.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige