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Mammographie: Risiko bei röntgendichter Brust überschätzt

Mittwoch, 20. Mai 2015

San Francisco – Ein hoher Anteil an Drüsengewebe in der weiblichen Brust erhöht das Krebsrisiko und vermindert gleichzeitig die Chancen, dass die Tumore bei einer Mammo­graphie entdeckt werden. Dennoch sind nach einer Kohortenstudie in den Annals of Internal Medicine (2015; 162: 673-681) regelmäßige Nachuntersuchungen nur bei einer Minderheit der betroffenen Frauen sinnvoll.

Der Befund einer röntgendichten Brust ist in den USA zu einem Politikum geworden. Auf den Druck von Patientenorganisationen hin haben 22 Bundesstaaten Gesetze verab­schiedet, die Ärzte zu einer erweiterten Aufklärung verpflichten, verbunden mit dem Angebot von zusätzlichen Untersuchungen. Aus Sicht von Karla Kerlikowske vom Veterans Affairs Hospital in San Francisco ist dies eine Überreaktion.

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Ihrer Ansicht nach stellt nicht jede röntgendichte Brust einen Risikofaktor dar. Die Forscherin schlägt vor, die Entscheidung von zusätzlichen Faktoren abhängig zu machen. Dies könnte über die Verwendung eines Risiko-Kalkulators geschehen, den das Breast Cancer Surveillance Consortium im Internet veröffentlicht hat. Der Risiko-Kalkulator berücksichtigt neben der Röntgendichte weitere Risikofaktoren wie Alter, ethnische Herkunft, weitere Brustkrebserkrankungen in der Familie und frühere Brustbiopsien.

Der Risikokalkulator basiert auf einer Datenanalyse des Breast Cancer Surveillance Consortium (BCSC) mit 365.426 Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren, bei denen 831.455 digitale Mammographien durchgeführt wurden. In ihrer Analyse ermittelte Kerlikowske zwei Gruppen von Frauen mit röntgendichter Brust, bei denen das Risiko auf einen Intervalltumor, also eine Krebserkrankung vor der nächsten planmäßigen Mammographie, größer als 1 zu 1.000 war: Dies waren zum einen Frauen mit einem 5-Jahres-Risiko im BCSC-Score von 1,67 Prozent und einer extrem röntgendichten Brust. In die zweite Gruppe fielen Frauen mit einem 5-Jahres-Risiko von 2,50 Prozent und einer heterogen röntgendichten Brust.

Beide Gruppen umfassten zusammen 24 Prozent aller Frauen mit einer röntgendichten Brust. Würden die Nachuntersuchungen (etwa Ultraschalluntersuchungen oder Kern­spintomographien) auf diese Gruppe beschränkt, dann käme auf 694 Frauen ein entdeckter Brustkrebs. Bei 100.000 Frauen, von denen 24.294 nachuntersucht würden, wären dies ungefähr 35 Intervalltumore. Würden dagegen alle Frauen mit röntgendichter Brustdrüse nachuntersucht, käme auf 1.124 Frauen ein entdeckter Brustkrebs oder 89 Intervalltumore auf 100.000 Frauen.

Die Beschränkung der Nachuntersuchungen auf Frauen mit einem hohen 5-Jahresrisiko würde demnach 54 Tumore auf 100.000 Frauen übersehen. Dieser Nachteil müsste mit den Kosten für die Nachuntersuchungen (inklusive Biopsien) in Beziehung gesetzt werden, die im Editorial auf 2,2 Millionen US-Dollar pro 1.000 Frauen beziffert werden.

© rme/aerzteblatt.de

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