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Regierung will Universitätsmedizin finanziell unterstützen

Freitag, 5. Juni 2015

Kiel – Mit 265 Millionen Euro zusätzlich sollen die deutschen Hochschulambulanzen künftig rechnen können, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gestern zur Eröffnung des 76. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentages (oMFT), der bis heute in Kiel tagt. Verankert werden soll diese Unterstützung im GKV-Versorgungs­stärkungsgesetz, das kurz vor seiner Verabschiedung steht. Gröhe würdigte in seinem Grußwort den großen Anteil der Universitätskliniken an der Gesundheitsversorgung in Deutschland, die zum Teil auch ambulant erbracht werde. „Deutschland muss sich eine gute Krankenversorgung und gleichzeitig eine gute medizinische Ausbildung leisten können“, erklärte er.

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Zentrenzuschlag in der Diskussion
„Unsere Universitätskliniken sind Motor für den medizinischen Fortschritt und damit ein ganz wichtiger Partner im Gesundheitswesen. Die erfolgreiche Arbeit an den Uni­versitätskliniken trägt maßgeblich zu einer guten Versorgung, insbesondere vieler schwer erkrankter Menschen bei. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz und der Krankenhausreform sorgen wir dafür, dass die hohe Qualität und die besonderen Leistungen der Universitätskliniken und Hochschulambulanzen besser vergütet werden“, so Gröhe.

Der Bundesminister sicherte dem MFT zu, dass die Bundesregierung die Sorgen der Hochschulmedizin ernst nehme und auch die von ihr geleisteten Sonderaufgaben, wie die Behandlung von schwierigen und seltenen Erkrankungen, die klinische Erprobung von Produkten und Verfahren, die ärztliche Aus- und Weiterbildung sowie die Vorhalte­kosten für eine generelle Notfallversorgung rund um die Uhr würdige. „Deshalb diskutieren wir auch noch über einen Zentrenzuschlag, mit dem die Unikliniken und andere Maximalversorger angemessener vergütet werden können“, erläuterte Gröhe.

Forschung und Lehre sind die Länder in der Pflicht
Für die Bewältigung der Aufgaben in Forschung und Lehre sieht der Bundesgesund­heitsminister aber die Länder in der Pflicht: Sie müssten mehr Investitionsmittel bereitstellen. „Ich werde sie da ermutigen“, sagte Gröhe. Dabei  verwies er auf die Verpflichtung der Länder, die durch die Übernahme der BAföG-Zahlungen durch den Bund jährlich freiwerdenden etwa 1,17 Milliarden Euro für Hochschulen und Schulen zur Verfügung zu stellen. „Das zusätzliche Geld darf gern in der Gesundheitsforschung landen.“ 

Anlässlich des 350-jährigen Bestehens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begrüßte auch deren Präsident Lutz Kipp die insgesamt 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen MFT. „Die Medizinische Fakultät war und ist von Anfang an ein zentraler Bestandteil unserer Universität. Sie ist eingebunden in alle vier Forschungsschwerpunkte, ganz besonders in unser interdisziplinäres Zentrum für Lebenswissenschaften ‚Kiel Life Science‘“, sagte er.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig würdigte das Stattfinden des MFT in Kiel: „Schleswig-Holstein hat handfeste Argumente, die viele junge Menschen überzeugen, sich bei uns zu Medizinerinnen und Medizinern ausbilden zu lassen: Die beiden Standorte für Hochschulmedizin in Lübeck und Kiel genießen einen ausge­zeichneten Ruf. Wir sind gleich an drei Deutschen Zentren für Gesundheits­forschung beteiligt sowie an zahlreichen international erfolgreichen Forschungsprojekten“, sagte Albig.

Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, wies bei der Eröffnung auf die außergewöhnliche Situation hin, in der sich die Medizinischen Fakultäten in Deutschland befinden. Trotz eines zunehmend hohen wirtschaftlichen Drucks würden Höchstleistungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung erwartet. Deshalb diskutieren die Teilnehmer des 76. oMFT in Kiel im weiteren Verlauf der Tagung die Zukunft des Medizinstudiums, die Organisation der medizinischen Forschung sowie nötige Verbesserungen der Infrastruktur und Informationstechnologie. Gleichzeitig verabschiedeten sie den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin. © ER/aerzteblatt.de

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