Politik

Hauptstadtkongress: Gröhe über Kranken­hausreform und Versorgungs­stärkungsgesetz

Mittwoch, 10. Juni 2015

Berlin – Kurz nachdem das Bundeskabinett heute Vormittag einen Regierungsentwurf des Krankenhaus-Strukturgesetzes beschlossen hat, betonte Bundesgesund­heitsminister Hermann Gröhe (CDU), dass sich der Bund mit diesem Gesetz seiner Verantwortung im Bereich der Betriebskosten stelle. Ab dem Jahr 2016 würden dem stationären Sektor mit der Krankenhausreform Mittel in Milliardenhöhe zusätzlich zur Verfügung gestellt, sagte Gröhe bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses in Berlin. 

Er sprach sich zudem für eine „intelligente Arbeitsteilung“ zwischen der wohnortnahen Grundversorgung  und einer spezialisierten Versorgung für planbare Leistungen aus. „Nicht alles muss und nicht alles kann überall angeboten werden“, meinte Gröhe. Denn weder die technische Ausstattung noch die Qualifikation und die Erfahrung seien an jedem Ort in gleicher Qualität vorhanden.    

Anzeige

Gröhe: Telemedizin kann wesentlichen Beitrag zur Versorgung leisten
Im Hinblick auf die morgige zweite und dritte Lesung des GKV-Versorgungs­stärkungsgesetzes im Bundestag fügte er hinzu: „Viele Menschen stellen sich die Frage, ob sie sich darauf verlassen können, dass sie auch auf dem Land schnelle Hilfe, zum Beispiel bei einem Schlaganfall, erhalten.“ Bei solchen Notfällen könne die Telemedizin einen wesentlichen Beitrag leisten. „So können Schlaganfallexperten in einem städtischen Zentrum ihren grundversorgenden Kollegen auf dem Land bei der Behandlung der Patienten mit ihrer Expertise zur Verfügung stehen“, meinte Gröhe. „Dazu gibt es eindrucksvolle Pilotprojekte.“ Der Einsatz von Telemedizin müssen künftig zu einem Leitprinzip werden.

„Im Gesundheitswesen befinden wir uns zu häufig noch im analogen Zeitalter“
Ein weiteres Vorhaben der schwarz-roten Regierung ist das E-Health-Gesetz. „Im Gesundheitswesen befinden wir uns zu häufig noch im analogen Zeitalter“, kritisierte der Minister. „Dabei haben wir kein Anwendungsproblem. Denn bei den Behandlungen werden digitale Daten auf hohem Niveau genutzt. Stattdessen haben wir ein Vernetzungsproblem.“ Wenn die Behandlungsdokumente ausgetauscht würden, geschehe dies häufig noch per Fax oder per Post. „Es fehlen gute Datenautobahnen“, sagte Gröhe und appellierte an alle Beteiligten, dass die Telematikinfrastruktur wie geplant im November starte und nicht erneut um ein Jahr verschoben werden müsse.

„Ich habe mit großer Freude festgestellt, wie die Gesundheitspolitik auch den G7-Gipfel in Elmau geprägt hat“, bekannte Gröhe abschließend. Gesundheit müsse mehr denn je global gedacht werden. Denn weder bei Krankheiten noch bei deren Therapie gebe es Grenzen. „Das haben wir bei der Ebolakrise erlebt. Und das erleben wir auch bei den Antibiotikaresistenzen“, sagte Gröhe. Dieses Thema müsse national angegangen werden, aber auch international. Deshalb würden die in Elmau gefassten Pläne im Oktober bei einem weiteren Treffen in konkrete Schritte übersetzt werden. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

26.05.16
Apobank erwartet Durchbruch bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen
Düsseldorf – Von allen Teilaspekten, die der Megatrend „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ umfasst, erwarten Ärzte die größten Veränderungen für ihren beruflichen Alltag von der digitalen......
25.05.16
Baden-Württemberg: Gesundheitskarte für Flüchtlinge vom Tisch
Stuttgart – Die neue grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg kippt die zuvor von Grün-Rot geplante Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte der Schwäbischen......
23.05.16
Jeder dritte AOK-Versicherte ist ein Kandidat für den Medikationsplan
Berlin – Der sogenannte Medikationsplan, der ab Oktober dieses Jahres allen Versicherten zur Verfügung stehen soll, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwenden, ist ein Projekt......
19.05.16
Berlin – Der Weg aus der weltweiten Krise der Gesundheitssysteme verläuft über Teamarbeit und Kommunikation. Das betonte heute der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, auf dem 1.......
18.05.16
Anhörung: Streit um Kreiskrankenhaus Wolgast geht weiter
Schwerin - Die Schließung mehrerer Abteilungen im Kreiskrankenhaus Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) bleibt umstritten. In einer öffentlichen Expertenanhörung am Mittwoch im Landtag wurde von......
18.05.16
Tübingen – Das Universitätsklinikum Tübingen möchte Patientendaten intensiver für die medizinische Forschung nutzen. Es baut dazu mit Hilfe des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des......
18.05.16
Stuttgart – Vorübergehende Schließungen von Klinikabteilungen wegen Personalengpässen sind nach Auskunft der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) keine Seltenheit mehr. „Das waren......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige