6.583 News Vermischtes

Vermischtes

Neue Leitlinie zur Volkskrankheit Harnsteine

Dienstag, 16. Juni 2015

Berlin – Eine neue Leitlinie der Qualitätsstufe S2k zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Urolithiasis hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) vorgestellt. Harnsteine gehören zu den häufigsten Erkrankungen, in Deutschland hat sich die Inzidenz seit Mitte der 1980er-Jahre verdreifacht. „Wir gehen heute davon aus, dass etwa jeder Zehnte einmal im Leben einen Harnstein entwickelt, von denen dann grob jeder Vierte später erneut Steine bekommt“, sagte Thomas Knoll, Chefarzt der Sindelfinger Klinik für Urologie und zugleich der Vorsitzende des Arbeitskreises Harnsteine der Akademie der Deutschen Urologen.

Die Leitlinienautoren führen dies auf veränderte Lebensumstände und Ernährungs­gewohnheiten zurück. Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes sowie fortgeschrittenes Lebensalter und männliches Geschlecht sind laut Knoll bekannte Risikofaktoren. Aber auch eine verbesserte medizinische Diagnostik habe dazu geführt, dass Harnsteine häufiger als früher nachgewiesen würden.

Anzeige

Die neue Harnstein-Leitlinie soll die Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit Urolithiasis in Klinik und Praxis unterstützen, aber auch Patienten über Nieren- und Harnleitersteine informieren. Blasensteine sind in der Leitlinie wegen einer unter­schiedlichen Pathogenese nicht berücksichtigt.

Die Leitlinie greift aktuelle Entwicklungen in der bildgebenden Diagnostik und in der Intervention auf. So hinterfragen die Autoren die Notwendigkeit diagnostischer Röntgenuntersuchungen wie etwa der Ausscheidungsurografie aufgrund ihrer Strahlenbelastung. Sie setzen stattdessen verstärkt auf Ultraschall und Computer­tomografie. Gleiches gilt für operative Eingriffe, bei denen laut der Leitlinie in immer mehr Fällen endoskopische Verfahren erste Wahl sind.

Ein wichtiger und häufig vernachlässigter Bereich ist laut der Leitlinie die Nachsorge eines Steinleidens. „Wenn der Schmerz erst einmal weg ist, vergessen viele die Harnsteine bald wieder. Ohne Metaphylaxe liegt das Rezidivrisiko, abhängig von der Art der Steine, jedoch über 50 Prozent“, so Knoll. Eine risikoadaptierte Nachsorge könne dies deutlich senken.

„S2k-Leitlinien“ sind sogenannte Konsens basierte Leitlinien. Sie enthalten keine Angabe von Evidenz- und Empfehlungsgraden, weil ihnen keine systematische Aufbereitung der Evidenz zugrunde liegt. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.583 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

08.04.15
Berlin – Auf den Hodenhochstand als eine der häufigsten urologischen Erkrankungen von Kindern weist die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hin. Bei etwa drei Prozent aller zum Termin geborenen......
04.02.15
Hamburg – Gegen „ungerechtfertigte Werbung für die Außenseitertherapie ‚irreversible Elektroporation‘ (IRE)“ wehrt sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Sie werde in den Medien als......
03.11.14
Berlin – Mehr Prävention und Gesundheitskompetenz bei Jungen und Männern wollen die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) erreichen. „Männliche......
13.08.14
Düsseldorf – Urologen erwarten zukünftig 20 Prozent mehr Patienten. Grund seien die sogenannten Babyboomer, die in diesem ihren 50. Geburtstag feiern. Laut Statistik gab es mit 1.357.304 Neugeborenen......
02.06.14
Berlin – Ärzte sollten Jungen mit Hodenhochstand schon bis zum Ende des ersten Lebensjahres behandeln. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) in ihrer neuen Leitlinie zum......
19.12.13
Hamburg – Einen „Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen“ haben die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) herausgegeben. Er informiert......
08.01.13
Hamburg – Auf ihr nationales urologisches Studienregister hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hingewiesen. Es soll abgeschlossene und laufende urologische Studien, die Industrie und......

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in