Vermischtes

Gesundheits-Apps sind mehr als eine Spielerei

Mittwoch, 17. Juni 2015

Freiburg – Gesundheitsapplikationen („Apps“) für Tablet und Smartphone stärken den selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Umgang mit der Gesundheit. Das berichtet das Universitätsklinikum Freiburg nach einer Studie im Auftrag der Techniker Kranken­kasse (TK). Die Wissenschaftler untersuchten, welche Angebote es bereits auf dem Markt der rund 400.000 Medizin-, Gesundheits- und Lifestyle-Apps gibt und was die Nutzer davon haben.

Ihr Fazit: Gesundheitsbezogene Apps werden künftig in der Prävention und der Chroniker-Versorgung ihren festen Platz haben. Es hapert heute jedoch bei den meisten Angeboten noch an der Qualität und oft auch an der Transparenz. „Wenn der App eine Datenschutzerklärung fehlt oder nicht klar ist, wie sich diese finanziert, ist man sicher gut beraten, nach einer Alternative zu schauen“, sagte Ursula Kramer, Mitautorin der Studie.

Anzeige

Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas forderte einen kritischen Dialog zu den Chancen und Risiken eines digitalisierten Gesundheitswesens und der Frage, wie Patienten den Komfort neuer Funktionen nutzen könnten und sie gleichzeitig vor Datenmissbrauch geschützt seien: „Der Schutz der Sozialdaten ist extrem wichtig. Die Herausforderung wird sein, zugleich nützlichen Anwendungen den Weg zu ebnen“, so Baas.

Auch in der Klinik sind Apps längst angekommen. Sie helfen zum Beispiel bei der Berechnung von Medikamentendosierungen, machen Leitlinien am Krankenbett verfügbar oder warnen vor problematischen Arzneimittelkombinationen.

Das zeigte ein Symposium des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Thema „Medical Apps“ Ende März. Aber viele dieser im medizinischen Alltag genutzten Apps erfüllen nicht die Voraussetzungen, die üblicherweise für Medizinprodukte gelten. Diese durchlaufen ein sogenanntes Konformitätsbewertungs­verfahren. Darin muss der Hersteller nachweisen, dass sein Produkt sicher ist und die technischen und medizinischen Leistungen so erfüllt, wie sie von ihm beschrieben werden.

Viele Apps sind de facto Medizinprodukte, weil sie als solche in Klinik und Praxis genutzt werden. Sie sind aber nicht als solche deklariert und geprüft – weil das den ent­sprechenden Softwareschmieden zu aufwändig ist. „Patienten und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Apps für medizinische Zwecke klar reguliert und verlässlich geprüft werden“, stellte der BfArM-Präsident Karl Broich auf dem Symposium klar. Hier gebe es im Augenblick ein „regulatorisches Defizit“, so Broich. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

07.12.16
Cyber-Angriffe auf Krankenhäuser: Erst der Anfang?
Nürnberg – Im digitalen Zeitalter tun sich immer mehr Wege für Cyber-Kriminelle auf, an Geld zu kommen. Man nehme etwa E-Mails, eine Schadsoftware, einen Klick des Empfängers und ein Krankenhaus, das......
05.12.16
Stuttgart – Die Landesärztekammer Baden-Württemberg kritisiert jüngste Änderungen im Arzneimittelgesetz. Diese legen fest, dass Arzneimittel online oder telefonisch nicht verordnet werden dürfen, wenn......
02.12.16
Telemedizin: Bluthochdruck-­Selbstmessung mit ärztlicher Kontrolle
Berlin - Das europäische Projekt EUSTAR soll klären, ob das Blutdruck-Telemonitoring die Behandlung verbessern und stationäre Behandlungen verhindern kann. Dafür sollen ab 2017 alle Daten der......
30.11.16
Mainz – Die Carl-Zeiss-Stiftung und der Stifterverband haben das an der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz entwickelte Lehrkonzept „Medizin im digitalen Zeitalter“ im Rahmen......
28.11.16
Hannover – Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt hat sich bei der Vergabe des niedersächsischen Gesundheitspreises 2016 für eine Stärkung der Telemedizin ausgesprochen. „Unsere......
28.11.16
Rostock – In Rostock ist ein Kommunikationssystem für den Medizinbereich vorgestellt worden, mit dem eine Poliklinik virtuell simuliert wird und niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken......
25.11.16
Berlin – Wissenschaftliche und methodische Innovationen, von denen psychisch kranke Patienten schon bald profitieren könnten, stehen beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige