Ärzteschaft

Medikations­management von Ärzten und Apothekern bewährt sich

Dienstag, 23. Juni 2015

Dresden – Ein positives Fazit des sogenannten gemeinsamen Medikationsmanagements von Ärzten und Apothekern haben die Teilnehmer einer Testphase gezogen. Sie resümierten einmütig, dass die intensive Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern die Betreuung multimorbider Patienten verbessere und ihre Versorgung optimiere.

Das Medikationsmanagement ist Teil der „Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen“ (ARMIN). Dieses ist ein gemeinsames Projekt der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Sachsen und Thüringen, der Apothekerverbände in den Bundesländern und der AOK Plus. Es beruht auf einem von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erarbeiteten Zukunftskonzept zur Arzneimittelversorgung.

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Ziel ist, die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung zu erhöhen. Das Projekt umfasst drei Module. Die ersten beiden – Wirkstoffverordnung und Medikationskatalog – sind bereits in der Praxis umgesetzt. Das sogenannte Medikationsmanagement soll nach der Testphase jetzt als drittes Modul starten.

Das Medikationsmanagement beginnt beim einzelnen Patienten mit dessen Einschrei­bung in das Projekt durch den Arzt oder den Apotheker. Dann erfasst der Apotheker die bisherige Gesamtmedikation. Diese wird zusammen mit wichtigen begleitenden Informa­tionen auf den Medikationsplanserver geladen und so dem Arzt elektronisch zur Verfügung gestellt.

Dieser prüft daraufhin die Medikation auf Über-, Unter- oder Fehlversorgung und passt sie gegebenenfalls entsprechend an. Danach erstellt er den neuen Medikationsplan. „Dieser Ablauf gewährleistet eine klare und sinnvolle Aufgabenteilung zwischen Apotheker und Arzt und damit eine gute Zusammenarbeit im Sinne der Patienten“, hieß es von den Teilnehmern der Pilotphase.

Die Therapiehoheit für die Medikation liegt allein beim Arzt. Er stellt die Indikation und ist für die Auswahl und Dosierung der Wirkstoffe verantwortlich. Die Apotheker weisen Ärzte auf bedeutsame Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen hin und beraten die Patienten bei der Anwendung der Medikation.

An dem Modellprojekt ARMIN nehmen rund 1.000 Ärzte und Apotheker aus Sachsen und Thüringen teil. Teilnehmer der Pilotphase haben ihnen jetzt ihre Erfahrungen aus dem Testlauf weitergegeben. In einer weiteren Testphase soll noch in diesem Sommer die technische Plattform für das Medikationsmanagement erprobt werden. © hil/aerzteblatt.de

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