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„Universitäten sind gezwungen, ihr Heil in Drittmitteln zu suchen“

Donnerstag, 2. Juli 2015

Berlin – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht die Universitäten in Deutschland unter erheblichen finanziellen Druck. 2014 konnte eine sehr hohe Nachfrage an Fördermitteln festgestellt werden, erklärte DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek bei der Vorstellung des Jahresberichts 2014. „Die Universitäten sind weiterhin strukturell erheblich unterfinanziert und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind weiter fast schon gezwungen, ihr Heil in den Drittmitteln zu suchen“, so Dzwonnek. „Für eine solche grundständige Finanzierung von Forschung ist die DFG aber gar nicht gedacht.“ 

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Daher sieht die DFG die deutliche Aufstockung der Grundfinanzierung der Hochschulen sowie die weitere Förderung der Spitzenforschung als zentrale Herausforderung für das Wissenschaftssystem in Deutschland. „Wissenschaft und Forschung haben in den letzten Jahren beträchtliche finanzielle Zuwächse erfahren. Umso mehr kommt es nun darauf dann, dass Politik und Wissenschaft gemeinsam die bemerkenswerten Erfolgs­geschichten fortschreiben“, sagte DFG-Präsident Peter Strohschneider in Berlin. Strohschneider wurde am 1. Juli 2015 von der Mitgliederversammlung der DFG in Bochum für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt. Bis 2019 wird er die Geschicke der Organisation leiten.

Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative steht auf der Agenda weit vorn
Vor allem die „zügige und wissenschaftsgeleitete Ausgestaltung“ der neuen Bund-Län­der-Initiative zur Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative sieht Strohschneider als eine der wichtigsten Fragen der kommenden Monate an. Zwar sei der Rahmen von Bund und Ländern sowie den Regierungsfraktionen kürzlich abgesteckt worden. „Entscheidende Fragen sind aber weiter offen, etwa die, wer sich überhaupt an einem neuen Wettbewerb beteiligen kann und welchen Kriterien dieser Wettbewerb folgt“, so Strohschneider. Dadurch entstünden Unsicherheiten an den Universitäten.

Die DFG ist die größte Forschungsorganisation zur Vergabe von Drittmitteln in Deutschland. Nach eigenen Angaben wurden von der DFG im Jahr 2014 fast 30.000 Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 2,73 Milliarden Euro gefördert. Darunter sind rund 6.900 Projekte, die 2014 neu bewilligt und mit 1,54 Milliarden Euro gefördert wurden. Schwerpunkt der Arbeit der DFG ist weiterhin die Einzelförderung von Forschern – auch 2014 wurden rund 14.000 Projekte gefördert, die insgesamt 835 Millionen Euro erhalten haben.

Das größte Finanzvolumen liegt beim Fach "Lebenswissenschaften"
Dabei nehmen die Vorhaben in der medizinischen Forschung das größte Finanzvolumen in Anspruch. Mit einer Einzelförderung von Projekten in einem Wert von 475,5 Millionen Euro im Jahr 2014 liegt das Fach an der Spitze. Zwischen 2008 und 2014 gab es im Bereich der „Lebenswissenschaften“ – unter diesen Begriff fasst die DFG die medizinische Forschung – einen Anstieg um 25 Prozentpunkte der Projekt-Neuanträge. 2014 flossen in die Lebenswissenschaften über 763,1 Millionen Euro, das sind 38,5 Prozent der Bewilligungen des gesamten Jahres. Zu den Lebenswissenschaften zählt die DFG auch die Tiermedizin, Biologie, die Agrar- und Forstwissenschaften sowie der Gartenbau. Gefolgt werden die Lebenswissenschaften von den Naturwissenschaften, die mit  464 Millionen Euro gefördert wurden.

Ebenso stellte die DFG in Berlin eine App für mobile Endgeräte vor,  die einen Einblick in die Welt der Mikroben geben soll. Die App mit dem Titel „MenschMikrobe“ ist eine interaktive Erweiterung der Wanderausstellung, die die DFG gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) zwischen 2010 und 2014 an 15 Orten im deutschsprachigen Raum präsentiert hat. Dabei ist ein digitales Kompendium zum Thema Infektionsforschung entstanden, das sich unter anderem mit dem Thema Krankenhauskeime beschäftig. Einige Anwendungen in der App bieten auch einen Einblick in die DFG-geförderten Projekte  im Bereich der Infektionsforschung. © bee/aerzteblatt.de

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