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Inhalativer Impfstoff schützt Rhesusaffen vor Ebola

Dienstag, 14. Juli 2015

Galveston – Eine einzige Dosis eines neuen inhalativen Impfstoffs hat in einer experimentellen Studie im Journal of Clinical Investigation (2015; doi: 10.1172/JCI81532) alle vier Rhesusaffen vor einer Ebola-Erkrankung geschützt, obwohl sie intramuskulär einer extrem hohen Dosis des tödlichen Erregers ausgesetzt wurden. Eine Phase 1-Studie ist in Planung.

Seit dem Ausbruch der Ebola in Westafrika sind mehrere Impfstoffe gegen Ebola entwickelt worden, von denen zwei, „cAd3-EBO Z“ und „VSV-EBOV“, derzeit in größeren Studien in Westafrika evaluiert werden. Beide Impfstoffe müssen intramuskulär injiziert werden, weshalb sie nur von Ärzten gegeben werden können. Eine inhalative Vakzine könnte dagegen von medizinischem Hilfspersonal oder sogar von den Impflingen selbst appliziert werden. In den abgelegenen Regionen des westafrikanischen Regenwalds könnte dies vorteilhaft sein.

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Der Impfstoff, den Forscher des Sealy Center for Vaccine Development in Galveston (Texas) entwickelt haben, könnte noch einen weiteren Vorteil haben. Die ersten Versuche an Makaken, die ein Team um Alexander Bukreyev vorstellt, deuten auf eine sehr hohe Immunität hin.

Die Vakzine basiert auf dem humanen Parainfluenzavirus Typ 3, das die Zellen der Atemwege infiziert. Das Virus wurde gentechnisch mit dem Glykoprotein des Ebolavirus ausgestattet. In einer ersten Versuchsreihe hatten die US-Forscher den Impfstoff den Tieren noch zweimal verabreicht. Sie hatten dabei eine flüssige Formulierung, die intranasal und intratracheal appliziert wurde, mit der neuen Formulierung verglichen, die mit Hilfe eines Verneblers inhaliert werden kann.

Die dabei erzielte Immunantwort auf den Schleimhäuten (IgA) und im Blut (IgG) war so robust, dass die Forscher in einer zweiten Versuchsreihe vier Tiere nur einmal mit dem Vernebler impften. Nach 27 Tagen erhielten die Tiere eine intramuskuläre Injektion von 1.000 Plaque Forming Unit (PFU) des Ebola-Virus, die bei den nicht geimpften Tieren innerhalb von zehn Tagen zum Tode führten. Alle vier inhalativ geimpften Tiere überleb­ten. Als sie 28 Tage nach der Ebola-Infektion von den Forschern getötet wurden, waren keine Spuren einer Ebola-Erkrankung erkennbar.

Der nächste Schritt könnte eine erste klinische Studie an gesunden Probanden sein. Ob es dazu kommt, hängt von der US-Kontrollbehörde FDA ab, die eine „Investigative New Drug Application“ erteilen muss. An Feldstudien in Afrika ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu denken. Dies könnte sich allerdings ändern, falls die derzeit dort getesteten Impfstoffe nicht die erhoffte Wirkung erzielen sollten.

Die jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen, dass ein Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika nicht abzusehen ist. In der Woche bis zum 5. Juli sind in Guinea 18, in Liberia 3 und in Sierra Leone 9 Neuerkrankungen bekannt geworden. Die Epidemie schwelt seit Monaten vor sich hin. Den Teams gelingt es nicht, alle Kontaktpersonen zu erreichen und zu isolieren.

© rme/aerzteblatt.de

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