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Sterblichkeit von Schwerverletzten in Krankenhäusern mit hoher Fallzahl geringfügig niedriger

Dienstag, 14. Juli 2015

Berlin – In Krankenhäusern, die viele Schwerverletzte versorgen, ist deren Mortalität etwas niedriger als in Häusern mit geringerer Fallzahl. Das berichten Unfallchirurgen des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München im Juli im British Journal of Surgery (doi 10.1002/bjs.9866). Die Wissenschaftler um Stefan Huber-Wagner werteten dazu Daten des TraumaRegisters® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) aus.

39.289 polytraumatisierte Patienten aus 587 Kliniken in Deutschland konnten in die Studie eingeschlossen werden. Von diesen 587 Krankenhäusern waren 98 überregionale Traumazentren (Level I), 235 regionale (Level II) und 254 lokale Traumazentren (Level III). Die Gesamtsterblichkeit der polytraumatisierten Patienten betrug 18,9 Prozent.

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Für jedes Traumazentrum ermittelten die Forscher zunächst die durchschnittliche Anzahl der behandelten polytraumatisierten Patienten pro Jahr. Anschließend wurden sechs Untergruppen gebildet (1-19, 20-39, 40-59, 60-79, 80-99 oder mehr als 100 Schwer­verletzte pro Jahr), die dann im Hinblick auf die tatsächliche und die erwartete Sterblichkeit analysiert wurden.

Innerhalb der Traumazentren mit einer hohen Anzahl an schwerstverletzten Patienten pro Jahr (mehr als 40 Patienten) war kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der tatsächlichen und der erwarteten Mortalität zu verzeichnen. Innerhalb der Untergruppen mit wenig schwerstverletzten Patienten pro Jahr (1-19 und 20-39) war die tatsächliche Sterblichkeit höher als die erwartete.

„Es scheint, dass sich eine Patientenfallzahl von 40 und mehr Patienten pro Jahr und Unfallklinik günstig auf das Überleben nach Polytrauma auswirkt. Der Effekt ist jedoch geringer als vermutet“, folgern die Autoren.

„Kleinere Kliniken mit geringen Fallzahlen pro Jahr leisten einen wertvollen und wichtigen Versorgungsbeitrag. Sie schneiden mit einer Sterblichkeitsdifferenz von etwa einem Prozent nur geringfügig ungünstiger ab als Kliniken mit hohen Fallzahlen“, sagte Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar. Sie spielten jedoch eine wichtige Rolle, da beispielsweise aufgrund von großen Entfernungen oder bei schlechtem Wetter nicht jeder Schwerverletzte immer in eine Klinik der höchsten Versorgungsstufe transportiert werden könne. © hil/aerzteblatt.de

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