Politik

„Ambulante Versorgung kommt in der Aus- und Weiterbildung zu wenig vor“

Freitag, 24. Juli 2015

Jena – Medizinstudierende am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und Ärzte in Weiterbildung können sich mit Fragen zur Weiterbildung und zu ihrer beruflichen Perspektive an den neuen „ärztescout THÜRINGEN“ wenden. Was sind die Ziele und Hoffnungen der jungen Ärztegeneration und ihrem Anliegen als Scout, junge Ärzte für die ambulante Versorgung in Thüringen zu gewinnen. 

Fünf Fragen an die Gesundheitswissenschaftlerin Christin Walther

DÄ: Sie sind die erste „Ärztescout“ an einer deutschen medizinischen Fakultät. Welche Aufgaben haben sie übernommen?
Walter: Ich berate Medizinstudierende und junge Ärzte bei ihrer Berufsplanung. Ein wichtiger Fokus ist dabei eine mögliche Niederlassung in Thüringen. Viele Studierende und Ärzte wissen nicht, welche Hilfen und Förderungen sie dabei in Anspruch nehmen können. Ich helfe ihnen, aus dem vielfältigen Förderangebot das jeweils passende herauszufinden.

DÄ: Gilt das nur für künftige Allgemeinmediziner?
Walther: Vorrangig geht es um künftige Hausärzte, aber nicht nur. Im Augenblick ist der Nachwuchsbedarf bei den Hausärzten im Land ja größer, aber das kann sich ändern. Ich berate auch künftige Urologen, Psychiater oder HNO-Ärzte. Auch hier gibt esja Fördermöglichkeiten, die wenig bekannt sind.

DÄ: Wollen die künftigen Ärzte eher in die Klinik oder ist die Praxis für viele ein Berufsziel?
Walther: Viele Studierende und Ärzte in der Weiterbildung haben durchaus ein Interesse daran, in einer Praxis zu arbeiten oder sie zu führen. Studium und Weiterbildung sind aber oft noch sehr auf die Klinik ausgerichtet. Allerdings haben wir in Jena ein soge­nanntes neigungsorientiertes Medizinstudium etabliert. Es ermöglicht, schon im klinischen Studienabschnitt, Wissen und Fähigkeiten speziell für eine spätere ambulante Tätigkeit zu erwerben. Dann muss man diese aber auch im Blick haben. Es macht daher Sinn für Studierende, sich möglichst früh beraten zu lassen.

DÄ: Was ist dem Nachwuchs bei der Berufswahl wichtig?
Walther: Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch ein adäquates Einkommen und ein Austausch unter Kollegen. Viele können sich vorstellen, auf dem Land zu wohnen und zu arbeiten, allerdings muss die Infrastruktur stimmen, zum Beispiel die beruflichen Möglichkeiten für den Partner und die Betreuung von Kindern.

DÄ: Gibt es auch Ängste im Zusammenhang mit der Niederlassung?
Walther: Viele Nachwuchs-Ärzte haben die Vorstellung, dass sie sich bei der Gründung oder Übernahme einer Praxis sehr stark verschulden müssen. Ich freue mich dann, sie unter anderem über die Stiftungspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung zu informieren. Diese Fördermöglichkeit bietet ja eine sehr gute Möglichkeit, ohne Investitionskosten in die Praxisarb © hil/aerzteblatt.de

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