Medizin

Gen-Expression beeinflusst Überlebenszeiten bei Krebs

Montag, 20. Juli 2015

Palo Alto – Die Analyse der Genexpression in 39 unterschiedlichen Malignomen bei fast 18.000 Patienten hat zur Entdeckung von Genen geführt, die krebsübergreifend die Prognose der Patienten beeinflussen, wie aus einer Publikation in Nature Medicine (2015; doi:10.1038/nm.3909) hervorgeht.

Forscher der Stanford Universität in Palo Alto haben die Daten verschiedener Gendaten­banken mit einer Software ausgewertet, die künftig Forschern und auch Ärzten zur Verfügung stehen soll. Als Ziel wird die Definition von krebsübergreifenden Tumormar­kern ausgeben. Das Team um Ash Alizadeh hat hierzu bereits das Internet-Portal „PRECOG“ (PREdiction of Clinical Outcomes from Genomic Profiles) freigeschaltet, wo sich interessierte Forscher registrieren können.

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Grundlage von PRECOG ist die Auswertung von Gendatenbanken mit dem Ziel, jene Veränderungen in den Tumoren zu finden, die für die weitere Entwicklung der Krebser­krankung von entscheidender Bedeutung sind. Die Publikation hebt zwei Gene hervor: FOXM1 und KLRB1.

FOXM1 gehört zu den Transkriptionsfaktoren, die im Zellkern die Aktivität vieler anderer Gene steuern. Es wurde 2010 von der Zeitschrift Science zum Molekül des Jahres gekürt. FOXM1 hat eine wichtige Rolle in der Kontrolle des Zellzyklus. Seine vermehrte Bildung wurde zunächst mit dem Basalzellkarzinom in Verbindung gebracht. Es wird aber auch in Krebserkrankungen von Leber, Brustdrüse, Lungen, Prostata, Cervix uteri, Kolon, Pankreas und Gehirn vermehrt gebildet. Die Ergebnisse von Alizadeh dürften deshalb viele Krebsforscher nicht überraschen.

Das Gen KLRB1 enthält die Information für das Merkmal CD161, das sich auf verschiedenen T-Zellen findet, insbesondere aber auf NK-Zellen. Diese Zellen greifen neben virusinfizierten Zellen auch Krebszellen an und vernichten sie. Die vermehrte Bildung von KLRB1 in einem Tumor – sie stammen dort von T-Zellen, die den Tumor infiltriert haben – ist ein positives Zeichen, das auf eine gute Prognose für den Patienten hinweist.

Die Forscher haben kürzlich ein Verfahren namens Cibersort entwickelt, mit dem sie die Zusammensetzung der Abwehrzellen in einer Gewebeprobe untersuchen können. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass hier 22 Immunsignaturen mit den Überlebenschancen der Patienten assoziiert sind. Günstig für die Prognose war beispielsweise ein hoher Quotient von neutrophilen Granulozyten zu Plasmazellen. In wiefern die relativ komplexe Analyse die Entwicklung neuer Therapien oder die klinische Behandlung von Patienten beeinflussen wird, lässt sich aus der Publikation nicht erkennen.

© rme/aerzteblatt.de

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