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Vietnam: Einige US-Veteranen leiden noch immer unter einer posttraumatischen Belastungsstörung

Freitag, 24. Juli 2015

New York – Viele US-Veteranen leiden auch 40 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die nach einer Untersuchung in JAMA Psychiatry (2015; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2015.0803) häufig mit schweren Depressionen einhergeht.

Für die meisten US-Soldaten war der Vietnamkrieg nicht mit der Kapitulation Saigons im Mai 1975 vorüber. Viele verfolgt die Erinnerung an die Kriegshandlungen noch heute in Alpträumen und unwillkürlichen Erinnerungen, die mit einer erhöhten Schreckhaftigkeit einhergehen, das Gefühlsleben belasten und soziale Kontakte erschweren. Diese Störung wurde erstmals 1980 im DSM-III als „posttraumatic stress disorder“ definiert. Sie war seither Gegenstand zahlreicher Studien, zu denen auch die National Vietnam Veterans Longitudinal Study gehört.

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Ein Team um Charles Marmar vom Langone Medical Center der New York University konnte von den 1.839 noch lebenden Teilnehmern der Studie 1.450 kontaktieren und in den letzten Jahren ausführlich mit Fragebögen oder telefonisch zu ihren aktuellen und früheren Beschwerden befragen. Die Studie dürfte damit die mit Abstand größte Untersuchung zu den psychischen Auswirkungen eines Krieges auf die Soldaten sein.

Marmar schätzt, dass 4,5 Prozent der männlichen Veteranen heute an einem PTBS leiden, wobei der Forscher die Kriterien der aktuellen DSM 5-Kriterien zugrunde legt. Wird die Definition um unterschwellige Symptome erweitert, sind es sogar 10,8 Prozent, und auf der Basis einer PTBS-Checkliste sogar 11,2 Prozent. Die Prävalenzen für die weiblichen Veteranen betragen 6,1 Prozent, 8,7 Prozent und 6,6 Prozent.

Rund ein Drittel, nämlich 36,7 Prozent der Veteranen mit PTBS leiden unter einer begleitenden Major-Depression. Die Prävalenz ist weitaus höher als in der Allgemein­bevölkerung, so dass die Gemütsstörung eine weitere Folge des Krieges sein dürfte.

Ein Kennzeichen der PTBS ist, dass sich die Symptome mit zeitlicher Ferne zum traumatischen Ereignis verstärken können. Dies war bei 16 Prozent der Vietnam-Veteranen der Fall: Sie verzeichnen seit einer früheren Befragung vor 25 Jahren einen Anstieg von mehr als 20 Punkten auf einer PTBS-Symptomskala. Es gab aber auch 7,6 Prozent, die die Erfahrungen besser verarbeitet hatten und deren PTBS sich um 20 Punkte auf der Symptomskala abgeschwächt hat.

Marmar fordert eine bessere psychiatrische Betreuung der Veteranen zumal nach den Kriegen im Irak und in Afghanistan weitere Patienten hinzugekommen seien.

© rme/aerzteblatt.de

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