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Verletzungsrisiko bei Fußball im höheren Alter erheblich

Montag, 27. Juli 2015

Saarbrücken – Sogenannte Altherren-Fußballer tragen im Vergleich zur inaktiven gleichaltrigen Bevölkerung ein höheres Verletzungsrisiko. Die Spieler verletzen sich etwa so häufig wie Profis. Das berichten Wissenschaftler um Tim Meyer, Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

„In einem ersten Schritt haben wir uns den durchschnittlichen deutschen Altherren-Fußballer einmal genauer angeschaut, was seine Gesundheit und seine normale Beanspruchung in Spiel und Training angeht“, erläutert Meyer. Dabei haben die Sportmediziner festgestellt, dass die älteren Fußballer mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren in den Spielen nahe an die Leistungsgrenzen ihres Herz-Kreislauf-Systems gehen. „Das muss nicht schlimm sein. Aber wenn diese Belastung zum Beispiel mit einer unentdeckten Herzschädigung zusammenkommt, kann das schlimm enden“, so Meyer. Er empfiehlt daher für die Fußballer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

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In einer zweiten Studie haben die Sportmediziner untersucht, wie hoch das Verletzungs­risiko der Fußballer ist. Dafür haben die Wissenschaftler 265 saarländische Spieler über 7.000 Spiel- und Trainingsstunden lang überwacht. Das Durchschnittsalter lag bei etwas über 44 Jahren. Mit 12,4 Verletzungen pro 1.000 Fußballstunden lagen sie im Bereich von Profispielern. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass im Amateurbereich offenbar vorbeugende Maßnahmen zu Beginn des Trainings keinen Effekt haben, die sich an anderer Stelle als effektiv erwiesen haben.

„Die Wirklichkeit sieht häufig so aus: Einmal pro Woche treffen sich die Fußballer zum Training, beginnen meist direkt mit einem Übungsspiel, ohne sich vorher aufzuwärmen, und spielen gelegentlich einmal am Wochenende“, berichtet Meyer.

Präventionsprogramme mit Dehnungs- und Kräftigungsübungen, die das Verletzungs­risiko nachweislich senken, wirkten aber wahrscheinlich erst bei zwei oder drei Trainings­einheiten pro Woche. „Eine solche Häufigkeit widerspricht zumindest der Trainings­wirklichkeit im Fußball hierzulande“, berichtet der Sportmediziner. Die Verletzungsstudie sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sinnvoll sei, Präventionsprogramme speziell für diese Sportlergruppe zu entwickeln und so deren Verletzungsrisiko zu senken, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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