Medizin

Studie unterscheidet fünf Typen des Prostatakarzinoms

Donnerstag, 30. Juli 2015

Cambridge – Ein neuer Test auf der Basis von 100 Genen unterteilt das Prostata­karzinom in fünf Gruppen, die laut der Publikation in EbioMedicine (2015; doi: 10.1016/j.ebiom.2015.07.017) genauere Aussagen über die Prognose der Patienten ermöglichen als die derzeitigen Biomarker.

Die Möglichkeit, genetische Veränderungen in Tumoren in kurzer Zeit und zu vertretbaren Kosten zu analysieren, könnte die Klassifikation von Tumoren verändern. Nachdem in den letzten Jahren bereits für eine Reihe anderer Krebserkrankungen neue Einteilungen vorgeschlagen wurden, ist jetzt das Prostatakarzinom, die häufigste Krebserkrankung des Mannes (ausgenommen Hauttumore) dran. Ein Team um Alastair Lamb vom Forschungsinstitute der Stiftung Cancer Research UK an der Universität Cambridge hat hierzu Gewebeproben von 244 Patienten aus England (Cambridge) untersucht und die Ergebnisse dann an 103 Tumorproben von schwedischen Patienten (Stockholm) überprüft.

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Das Team schlägt einen Test aus 100 Genen vor, darunter sechs bereits bekannte Risikogene. Bei den „Genen“ handelt es einmal um Veränderungen in der Zahl der Genkopien. Hinzu kommt die Analyse der Genexpression, also dem Nachweis von Messenger-DNA in den Tumorzellen.

Aufgrund der Gen-Analysen teilte Lamb das Prostatakarzinom in fünf Gruppen ein, die er als integrative oder iCluster bezeichnet. Am günstigsten war die Prognose der Patienten im iCluster 4. Dort waren 80 Prozent der Patienten auch nach 60 Monaten (Cambridge-Kohorte) beziehungsweise nach 6 Jahren (Stockholm-Kohorte) noch ohne bioche­misches Rezidiv (Wiederanstieg des PSA-Wertes). Die iCluster 1 und 3 hatten die ungünstigste Prognose. Ihr Nachweis sagte eine Rückkehr des Tumors laut Lamb besser voraus als ein ungünstiger Gleason score, ein hoher PSA-Wert oder eine extrakapsuläre Ausdehnung des Tumors beziehungsweise ein positiver Randschnitt bei der Operation.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen und den molekularen Grundlagen der genetischen Veränderungen auf den Grund gehen. Für den klinischen Einsatz dürfte der Test derzeit noch nicht ausgereift sein. © rme/aerzteblatt.de

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