Ärzteschaft

Niedergelassene Ärzte: In erster Stufe 250 Millionen Euro mehr Honorar für 2016

Donnerstag, 13. August 2015

Köln – In den Honorarverhandlungen für 2016 haben die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband ein erstes Ergebnis erzielt. Wie die KBV heute mitteilte, müssen die Krankenkassen im nächsten Jahr aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs der Bevölkerung rund 250 Millionen Euro mehr bereitstellen. Über die Anpassung des Orientierungswertes, der maßgeblich den Preis für eine Unter­suchung oder Behandlung bestimmt, soll nächste Woche im Bewertungsausschuss beraten werden. Er liegt zurzeit bei rund zehn Cent.

Die heute beschlossene Honorarsteigerung ergibt sich aus den regionalen diagnose- und demografiebezogenen Veränderungsraten, die der Bewertungsausschuss festgelegt hat. Danach müsste die Menge ärztlicher Leistungen im kommenden Jahr allein infolge einer wachsenden Krankheitslast im Bundesdurchschnitt um etwa 2,1 Prozent steigen. Die immer älter werdende Bevölkerung wirkt sich mit 0,2 Prozent aus.

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Die auf Bundesebene erzielte Einigung dient als Grundlage für die anschließenden Verhandlungen in den Regionen. Denn darüber, wie hoch dort der finanzielle Mehrbedarf aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs sein wird, verhandeln die Kassen­ärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen vor Ort.

KBV fordert vollen Kostenausgleich
Die heutige Sitzung bildete den Auftakt der diesjährigen Honorarverhandlungen für die rund 165.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. In der kommenden Woche wollen KBV und Krankenkassen über die Anhebung des Orientierungswertes und damit über die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen beraten. Bei der Anpassung des Orientierungswertes müssen nach dem Gesetz insbesondere die Entwicklung der Investitions- und Betriebskosten, Einsparmöglichkeiten sowie die allgemeine Kostendegression bei steigenden Fallzahlen berücksichtigt werden.

„Wir fordern, dass die gestiegenen Betriebskosten in den Praxen in voller Höhe ausgeglichen werden“, stellte der KBV-Vorstandsvorsitzende, Andreas Gassen, klar. Er räumte allerdings im Interview mit dem Web-TV der KVen ein, dass sich die Verhandlungen schwierig gestalten könnten. Die Kassen stellten das Verfahren zur Preisbestimmung immer wieder an bestimmten Stellen infrage. „Das ist problematisch und dem Verfahren nicht zuträglich“, erklärte Gassen.

Kassen stellen Verfahren der Preiseermittlung infrage
So haben die Krankenkassen ein Gutachten in die Verhandlungen eingebracht, das „eine völlige Abkehr von der bisherigen Systematik“ zur Preisermittlung bedeutet, wie KBV-Vorstand Regina Feldmann ebenfalls im Web-TV sagte. Dies müsse zunächst einmal bewertet werden.

Die KBV und der GKV-Spitzenverband verhandeln jährlich über die Honorarsumme des jeweils kommenden Jahres. © HK/aerzteblatt.de

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