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Gröhe: Belastungen für die Pflegeberufe abbauen

Dienstag, 25. August 2015

Düsseldorf – Fast ein Heimspiel für Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: Von seinem Wahlkreis Neuss ist es nur ein kurzer Weg über den Rhein nach Düsseldorf, wo er gestern an der Veranstaltung „Betriebliches Gesundheitsmanagement in Pflege­einrichtungen“ der BKK Diakonie teilnahm. Dass der Veranstaltungsraum mit rund 40 Zuhörern nicht gerade überfüllt ist, stört ihn offenbar nicht – zumindest lässt er sich das nicht anmerken.

Man merkt aber: Beim Thema Pflege kennt sich der Bundesgesundheitsminister sehr gut aus. Er ist nicht nur fachlich gut aufgestellt, man spürt auch sein Engagement für die Sache. Schließlich war er früher auch einige Jahre Vorsitzender der Diakonie Neuss-Süd. „Wir pflegen nicht den demografischen Wandel, sondern wir pflegen unsere Mütter und Väter“, sagt er eingangs, was meint, dass wir alle einmal konkret mit dem Thema Pflege zu tun haben werden. Die in den Medien geäußerte Kritik an den zu hohen Kosten des Pflegestärkungsgesetzes verfange auch deshalb nicht, weil die Bevölkerung diese aufgrund der eigenen Erfahrungen akzeptiere.

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Deutschland habe inzwischen die weltweit älteste Gesellschaft, betont der Gesundheits­minister. Ihn stört aber, dass hierzulande die Diskussion über die zunehmende Alterung der Bevölkerung vor allem in Moll-Tönen geführt wird. „Wir alle wollen in Ansehung der Alternativen gerne älter werden“, fügt er noch hinzu. Aber natürlich nehme auch die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Gerade deshalb sei es auch notwendig und wichtig, die Rahmen­bedingungen für die Arbeit der Pflegenden so zu gestalten, dass deren gesund­­heitliche Belastung nicht zu groß sei. Denn gerade die psychischen Belas­tungen hätten in den vergangenen Jahren enorm zugenommen.

„Ambulant vor stationär hat für den Arbeitsplatz stationäre Pflege dramatische Folgen“, betont Gröhe. In die Alters- und Pflegeheime würden nunmehr vor allem die stark pflegebedürftigen Menschen kommen – mit der Folge starker psychischer Belastungen der Pflegenden durch den andauernden Umgang mit Siechtum und Tod.

Deshalb sei es auch sehr wichtig, dass mit dem im zweiten Pflegestärkungsgesetz enthaltenen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eine Überprüfung der Personalstärke zwingend verbunden sei. Künftig würden fünf Milliarden Euro jährlich mehr für die Pflege zur Verfügung stehen. Zudem würden mit dem kürzlich vom Bundestag beschlossenen Präventionsgesetz die für die betriebliche Gesundheitsförderung zur Verfügung stehenden Mittel verdoppelt.

Beim Thema faire Vergütung der Altenpflege und Vereinbarkeit von Familie und Beruf gab es keine klare Ansage des Gesundheitsministers. Er verwies auf die bestehenden großen Unterschiede bei der Vergütung, die sich bis zu 1.000 Euro brutto monatlich in den verschiedenen Bundesländern auswirken könnten. Hier sieht er offenbar noch Luft nach oben ohne regulierende Eingriffe.

© TG/aerzteblatt.de

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