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Lauterbach veröffentlicht Buch „Die Krebs-Industrie“

Dienstag, 25. August 2015

Berlin – Als ebenso bedrohlich wie faszinierend empfindet Karl Lauterbach das Thema Krebserkrankungen. Es interessiere ihn unter wissenschaftlichen, ökonomischen und politischen Aspekten, erläuterte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD heute Journalisten in Berlin. Anlass war die Vorstellung seines neuen Buchs „Die Krebs-Industrie. Wie eine Krankheit Deutschland erobert“.

Krebs wird nach Lauterbachs Überzeugung in Zukunft eine noch größere Heraus­forderung werden, als es die Krankheit heute schon ist. In der Babyboomer-Generation werde jeder zweite im Lauf seines Lebens daran erkranken, schreibt er. Denn der wichtigste Entstehungsfaktor sei nun einmal das Alter. Die Behandlung durch immer gezieltere Therapien komme einer Revolution gleich, ebenso der enorme Wissens­zuwachs über die Krankheit: „Nichts, was ich Ende der 80er Jahre gelernt habe, ist heute noch aktuell“, betonte der ehemalige Mediziner.

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Kritik an der Forschungspolitik der letzten Jahre 
Doch er befürchtet, dass sich die Therapiekosten in den nächsten Jahrzehnten rasant verteuern. „Die neuen Therapien sind im Durchschnitt zehn- bis vierzigmal so teuer wie die Chemotherapie, die sie in der Regel ablösen oder ergänzen“, heißt es an einer Stelle. Was er kritisiert: Die hohen Preise resultierten oft nicht aus dem überragenden Nutzen von Therapien, sondern aus dem Missbrauch von Marktmacht und dem Geschäft mit der Hoffnung. Gewinne würden zudem in unzulänglichem Umfang in Forschung reinvestiert. „Eine Reihe von wesentlichen Medikamenten, die heute vermarktet werden, sind an Universitäten entwickelt worden“, sagte Lauterbach. Doch gerade staatliche Einrichtungen und Grundlagenforscher werden seiner Meinung nach zu wenig unterstützt.

Karl Lauterbach: Die Krebs-Industrie. Wie eine Krankheit Deutschland erobert, 256 Seiten, Rowohlt Verlag, Reinbek, 19,95 Euro

Auch den versprochenen Nutzen vieler neuer Therapien bewertet er kritisch. „Notwendig ist eine bessere, längere Prüfung neuer Krebsmedikamente vor der Zulassung an mehr Patienten“, hat Lauterbach gerade in einem Essay zu seinem Buch im Spiegel gefordert. Die Regeln der europäischen Zulassungsbehörde müssten industrieunabhängiger werden. „Und wir brauchen Studien, die den tatsächlichen Behandlungserfolg der Medikamente auch nach der Zulassung weiteruntersuchen, damit nicht hinterher die falschen Patienten behandelt werden.“

Geschrieben hat Lauterbach sein Buch „für den interessierten Laien“, nicht für Fachleute. „Ich werde mich weiter mit dem Thema beschäftigen“, kündigte er an. In seiner Danksagung erwähnt er nicht nur Mitarbeiter des Verlags und seines Bundes­tags­büros wie dessen Leiter Olaf Rotthaus, sondern auch zwei Ärzte: Zu großem Dank verpflichtet sei er „von meinen ärztlichen Kollegen besonders Professor Michael Hallek von der Universität Köln und Professor Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie vom Helios Klinikum Berlin-Buch.“  © Rie/aerzteblatt.de

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