Ärzteschaft

Urologen sorgen sich um OP-Expertise

Mittwoch, 26. August 2015

Hamburg – Die Harnblase bei einer Krebserkrankung zu entfernen und einen sogenannten kontinenten Harnblasenersatz zu schaffen, ist eine komplexe Operation. „Ich muss mit Bestürzung feststellen, dass dieses operative Wissen und die operativen Fähigkeiten mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten drohen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), Stephan Roth. Er kündigte an, die Fachgesellschaft werde auf ihrem kommenden Jahreskongress in Hamburg diskutieren, „ob dies kritischeren Indikationen, Veränderungen in der operativen Weiterbildung, der aufwendigen Technik oder dem Zeitdruck und damit der Ökonomisierung in den urologischen Kliniken geschuldet ist“.

Harnblasenkrebs ist mit jährlich rund 28.000 Neuerkrankungen der zweithäufigste urologische Tumor. Muss die Blase wegen einer fortgeschrittenen Erkrankung entfernt werden, kann der kontinente Harnblasenersatz die Lebensqualität weitestgehend erhalten. „Natürlich können Ersatzblasen nie so gut sein wie die eigene gesunde Blase, aber sie ermöglichen den Patienten einen zufriedenstellenden Ersatz ohne das Stigma des Urinbeutels“, sagte Roth.

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Besonders jüngere Patienten profitierten bei einer kontinenten Harnableitung von einer hohen Lebensqualität. Die körperliche Integrität bleibe erhalten, sie könnten Sport treiben und sogar Schwimmen gehen. „Wir dürfen die große urologische Expertise in der Rekonstruktion von Harnblasen unseren Patienten, darunter sind auch viele junge Frauen mit fortgeschrittenen gynäkologischen Tumoren mit Blasenbeteiligung, auch in der Zukunft nicht vorenthalten“, betonte der DGU-Präsident.  

© hil/aerzteblatt.de

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