Politik

Studie zur Patientensicherheit: Wovor fürchten sich deutsche Patienten am meisten?

Dienstag, 15. September 2015

Hamburg – Kurz vor dem internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September haben die Asklepios Kliniken eine Studie zur Patientensicherheit aus Patienten­pers­pektive veröffentlicht. Hierfür haben sie im Juli 2015 insgesamt 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Patientensicherheit – worauf es Patienten ankommt“: Knapp zwei Drittel der Befragten fürchten sich bei einem stationären Aufenthalt vor der Ansteckung mit einem multiresistenten Keim, und knapp die Hälfte sorgt sich wegen möglicher Behandlungsfehler durch den Arzt. Auf Platz 3 der Ängste liegt verunreinigtes Operationsbesteck (35 Prozent), gefolgt von Komplikationen beim Eingriff  (33 Prozent) und möglichen Fehlern des Arztes aufgrund von Zeitmangel (30 Prozent).

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Insgesamt schätzen 87 Prozent der Patienten die Maßnahmen zur Patientensicherheit in Krankenhäusern als vorbildlich ein. Mittel gegen Verletzungen im Krankenhaus, wie etwa eine ausreichende Beleuchtung oder freie Wege, werden dabei am besten bewertet.

Bei der Risikobewertung spielt auch das Klinikpersonal eine Rolle: Gefragt nach den drei größten Risikofaktoren für Patienten bei einem Krankenhausaufenthalt, führen überarbeitete und/oder übermüdete Ärzte (75 Prozent), zu wenig Pflegepersonal (64 Prozent) und Sparmaßnahmen (53 Prozent) die Rangfolge der Antworten an.

Gleichzeitig sind Ärzte aber auch der stärkste Vertrauensfaktor in der Klinik. Der Studie zufolge vertrauen 67 Prozent der Deutschen einer Klinik, wenn Ärzte verständnisvoll sind und sich Zeit für sie nehmen. Für 51 Prozent sind Aufklärungsgespräche zur Patientensicherheit vor dem Klinikaufenthalt sehr wichtig. Für 48 Prozent ist das erkennbare Bemühen wichtig, dass sich Ärzte und Pflegepersonal um den Patienten kümmern. 60 Prozent der Patienten halten es zudem für sehr wichtig, dass Ärzte und Pflegekräfte ermutigt werden, Fehler und Probleme bei der Patientensicherheit zuzugeben und zu melden, um daraus zu lernen.

„Wir nehmen die Sorgen der Patienten sehr ernst und ergreifen umfangreiche Schutzmaßnahmen“, sagte Thomas Wolfram, Geschäftsführer und Sprecher der Asklepios Kliniken Hamburg. „Die Patientensicherheit steht im Klinikalltag an erster Stelle und ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Genesungsprozess.“ Bei einer wachsenden Anzahl an Patienten und einem ständig wachsenden Angebot an medizinischen Therapien müssten auch die Maßnahmen für die Patientensicherheit laufend angepasst und verbessert werden.

Die Asklepios Krankenhäuser haben daher ein Hygienemanagement eingeführt, das sich eng an den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut orientiert. Darüber hinaus nutzt der Konzern das auf den Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit basierende CIRS-Konzept (Critical Incident Reporting System, Berichtssystem über kritische Vorkommnisse), um Mängel zu erkennen, bevor ein Schaden eintritt. © KBr/aerzteblatt.de

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