Medizin

Mehr als blauer Dunst: Hochrechnung zum Lungenkrebsscreening

Sonntag, 20. September 2015

Köln – Ist es sinnvoll, für starke Raucher ein Früherkennungsprogramm  einzuführen? Dieser Frage gehen Andreas Stang, Universitätsklinikum Essen, und Koautoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts nach (Dtsch Arztebl  Int 2015; 112: 637–44).

Anlass für ihre Untersuchung bildet das US-amerikanische National Lung Screening Trial (NLST). Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass eine jährlich durchgeführte Low-Dose-Computertomographie im Vergleich zu einer konventionellen Röntgen­untersuchung des Thorax bei starken Rauchern eine Senkung der Lungenkrebs­sterblichkeit bewirkte.

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Stang und Koautoren rechneten anhand von Befragungsdaten des Robert Koch-Instituts die Anzahl starker Raucher im Alter von 55-74 Jahren in Deutschland hoch und schätzten auf Basis der NLST-Daten ab, mit welchen Effekten hierzulande zu rechnen wäre. Ihre Auswertung ergab, dass durch das Screening bei starken Rauchern das relative Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, wahrscheinlich um 20 Prozent gesenkt werden könnte.

Lungenkrebs ist in Deutschland die häufigste Todesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen. Die hohe Sterblichkeit hängt unter anderem damit zusammen, dass die Erkrankung meist in einem späten Stadium erkannt wird. 

In einem Editorial weist Hans-Werner Hense, Universität Münster, darauf hin, dass Initiatoren des European Lung Cancer Screening Trial einem flächendeckenden Screening derzeit noch kritisch gegenüberstehen. Zu viele Fragen seien noch offen. Sie empfehlen, die Daten der laufenden Studien in Europa abzuwarten. © Se/aerzteblatt.de

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