Politik

Selbstverwaltung vereinbart neue Entgeltkataloge für Krankenhäuser

Freitag, 2. Oktober 2015

Berlin – Der neue Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für das Jahr 2016 steht fest. Vereinbart haben ihn der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV). Der Katalog ist die Abrechnungsgrundlage für über 18 Millionen stationäre Fälle und steuert die Verteilung von rund 70 Milliarden Euro. Außerdem verständigten sich die Selbstverwaltungspartner auf den Entgeltkatalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltkatalog).

„Die jetzt verabschiedeten Entgeltkataloge bilden die entsprechenden Leistungen besser ab und sind deshalb ein weiterer richtiger Schritt in Richtung einer gerechteren Vergütung“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

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Der DRG-Fallpauschalenkatalog bestimmt über Relativgewichte das Verhältnis der Vergütungen verschiedener Behandlungsfälle zueinander. Die endgültige Höhe der Vergütung errechnet sich aus den Fallpauschalen in Verbindung mit den sogenannten Basisfallwerten, die auf Länderebene vereinbart werden. So kommt es zustande, dass Krankenhäuser für die gleiche Leistung je nach Region eine unterschiedliche Vergütung erhalten.

Den bundeseinheitlichen DRG-Katalog hat das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) weiterentwickelt. Wichtige Schwerpunkte der 2016er-Version sind Extremkostenfälle und eine bessere Abbildung der intensivmedizinischen Behandlung. Der Katalog bewertet außerdem den Aufwand für Patienten mit multiresistenten Erregern und die multimodale Schmerztherapie angemessener.

Der PEPP-Entgeltkatalog ist ebenfalls ein leistungsorientiertes, pauschalierendes Vergütungssystem, das über Relativgewichte und einen zunächst krankenhausindividuellen Basisentgeltwert die Vergütung der Behandlungsfälle bestimmt. Im Gegensatz zum DRG-System erfolgt die Vergütung tagesbezogen, das heißt, jeder Behandlungstag ist abrechnungsfähig. Die Teilnahme daran ist im Augenblick noch freiwillig.

Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes forderte psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen auf, „frühzeitig auf das neue Entgeltsystem umzusteigen und durch ihre Teilnahme zur weiteren Verbesserung der Abbildung und Kalkulation beizutragen“. 

© hil/aerzteblatt.de

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