Medizin

Internet als Hypertonie-Risiko bei Teenagern

Dienstag, 6. Oktober 2015

Detroit – Teenager, die mehr als zwei Stunden am Tag im Internet surfen hatten in einer Querschnittstudie im Journal of School Nursing (2015; 31: 374-384) häufiger einen erhöhten Blutdruck.

Das Internet hat das Leben von Jugendlichen in den letzten Jahren stark verändert. In den USA (und nicht nur dort) steht in fast jeder Wohnung (mindestens) ein Computer, der von den Jugendlichen für die Hausaufgaben, aber auch für die Freizeit intensiv genutzt wird. Andrea Cassidy-Bushrow vom Henry Ford's Department of Public Health Sciences in Detroit hat insgesamt 335 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren nach ihrer Internet-Nutzung gefragt und die Angaben mit den Blutdruckwerten in Beziehung gesetzt.

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Jeder siebte Teenager, die Jungen etwas häufiger als die Mädchen, hatten einen für ihr Alter zu hohen Blutdruck. In der Gruppe der starken Internet-User war der erhöhte Blutdruck 3,25-fach häufiger als bei den Teenagern mit einem niedrigen Internet­konsum. Ein intensiver Internetkonsum war definiert als eine Nutzung von mehr als 2 Stunden am Tag. Die intensiven Internet-User hatten pro Woche im Durchschnitt 24,9 Stunden im Internet gesurft. In der Vergleichsgruppe mit einem niedrigen Konsum waren es 4,1 Stunden. 

Cassidy-Bushrow errechnet eine adjustierte Odds Ratio von 2,81, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,89 bis 8,85 das Signifikanzniveau verfehlte. Ein Zufallsergebnis kann deshalb nicht ausgeschlossen werden. Die Beweiskraft einer Querschnittstudie ist nicht sehr hoch.

Aussagekräftigere Ergebnisse aus Langzeituntersuchungen gibt es aufgrund des jungen Alters des Internets noch nicht. Die Ergebnisse bestätigen allerdings die Befürchtungen vieler Gesundheitsexperten, dass ein häufiger Internetkonsum den Bewegungsmangel bei Jugendlichen fördert, was langfristig chronischen Krankheiten Vorschub leisten kann. Ein Indiz hierfür ist, dass unter den intensiven Internet-Usern 43 Prozent übergewichtig waren gegenüber 26 Prozent unter den Teenagern mit einem niedrigen Internet-Konsum. © rme/aerzteblatt.de

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