Politik

World Health Summit: Gröhe unterstreicht Bedeutung globaler Gesundheitspolitik

Montag, 12. Oktober 2015

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat in seiner Eröffnungs­rede zum diesjährigen World Health Summit (WHS) die Bedeutung globaler Gesund­heitspolitik betont. Die Ebola-Krise in Westafrika mit mehr als 11.000 Toten habe der Welt in dramatischer Weise gezeigt, dass sie nicht ausreichend auf Gesundheitskrisen dieses Ausmaßes vorbereitet sei, sagte Gröhe gestern Abend in Berlin vor rund 1.400 Vertretern aus Politik, Wissenschaft, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft aus 80 Ländern.

„Wir müssen auf globaler Ebene zusammenarbeiten, um bei der nächsten Krise besser vorbereit zu sein“, so der Minister. Gröhe stellte vier Milliarden Euro über die nächsten fünf Jahre in Aussicht, um die Partner in den ärmeren Ländern dabei zu unterstützen, ihre Gesundheitssysteme zu stärken. Dazu gehöre die Ausbildung von Personal zum Management von Gesundheitskrisen ebenso wie der Aufbau eines schnell einsetzbaren Expertenteams, das schon bei ersten Anzeichen eines Krankheitsausbruchs vor Ort bei der Diagnostik und Bekämpfung helfen könne.

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Gesundheitssysteme in den ärmeren Ländern stärken
In der deutschen G7-Präsidentschaft sieht Gröhe die Chance, globale Gesundheits­politik aktiv und gemeinsam mit den Partnerländern zu gestalten. Dazu gehöre auch der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen sowie die Forschung und Entwicklung von Therapien gegen vernachlässigte Tropenerkrankungen. Nachhaltige Verbesserungen ließen sich aber nur erzielen, wenn auch die Gesundheitssysteme in den ärmeren Ländern gestärkt würden. 

In den Bemühungen um eine effektive globale Gesund­heitspolitik kommt einer refor­mierten Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Ansicht von Gröhe eine zentrale Rolle zu. Damit sie diese ausfüllen könne, müssten die UN-Mitgliedstaaten sie aber auch mit angemessenen finanziellen Mitteln ausstatten.

Flüchtlingskrise: Internationale Gemeinschaft in der Verantwortung
Gröhe ging in seiner Rede auch auf die aktuelle Flüchtlingskrise ein. „Wir stellen uns unserer Verantwortung“, sagte der Minister. Ein Land alleine könne die Versorgung der vielen Flüchtlinge aber nicht leisten. Die internationale Gemeinschaft habe hier eine gemeinsame Verantwortung.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan lobte die deutsche Haltung in der Flüchtlings­frage. „Haben Sie Mut, Sie tun Ihr Bestes“, sagte sie in Berlin. Man müsse Bundes­kanzlerin Angela Merkels Führungsrolle unterstützen. Die Welt erlebe gerade die schwerste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle
Mit Blick auf die Ende September verabschiedeten nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals), die die UN-Millennium Goals ablösen, appellierte Chan an die Politiker weltweit, den Worten jetzt auch Taten folgen zu lassen. Mit den Millenniums-Zielen habe man viel erreicht. Die Mütter-Kind-Sterblichkeit sei gesunken, und es gebe Fortschritte beim Kampf gegen HIV, Tuberkulose und Malaria. Chan zeigte sich zufrieden damit, dass inzwischen auch die vernachlässigten Krankheiten in den armen Ländern in den Fokus gerückt seien. Denn „Gesundheit ist eine Voraussetzung für Entwicklung“, so die WHO-Generaldirektorin. „Was wir brauchen ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle.“

Angesichts der großen Herausforderungen durch Krisen wie Ebola, Antibiotika-Resistenzen oder auch die weltweiten Flüchtlingsströme müssten die Verantwortlichen aus allen Sektoren zusammenarbeiten: Politik, Universitäten, Industrie und die Zivilgesellschaft, erklärte WHS-Präsident Detlef Ganten. Der World Health Summit bringe diese Akteure zusammen und versuche, Lösungen für die drängendsten Probleme zu erarbeiten. © HK/aerzteblatt.de

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