Ärzteschaft

Internisten prangern unzureichende Krankenhaus­finanzierung an

Dienstag, 13. Oktober 2015

Wiesbaden – Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat das Krankenhaus­strukturgesetzt kritisiert. Es werde den Webfehler der unzureichenden Krankenhaus­finanzierung wieder nicht beseitigen, sagte Verbandspräsident Wolfgang Wesiack.

„Seit Jahren kommen die Bundesländer ihren gesetzlichen Pflichten nicht nach, für ausreichende Investitionsmittel im Rahmen der dualen Finanzierung zu sorgen; die laufenden Kosten tragen die Krankenkassen über die DRG’s“, verwies der BDI-Chef.

Anzeige

Die Krankenhäuser müssten somit die Defizite der Bundesländer bei der Investitions­förderung zusätzlich ausgleichen. Der dadurch ausgelöste Rationalisierungsdruck geht Wesiack zufolge nicht nur zulasten des Krankenhauspersonals, an dem überwiegend gespart werden muss, sondern auch zulasten der Beitragszahler der Krankenkassen. „Die Bundesregierung hat diesen Qualitätsmangel erkannt, aber anstatt die nötigen Investitionen bei den Ländern einzufordern, dreht sie an der DRGSystematik“, kritisierte er.

So werde in einem wesentlichen Teil der DRG-Kalkulation durch die Hintertür das Selbstkostendeckungsprinzip wieder reaktiviert. Zusätzlich müssten von den Kranken­kassen 500 Millionen Euro und der Zuschlag für die Tarifsteigerung aufgebracht werden. Wesiack: „Dies bedeutet, dass die Krankenkassenbeiträge die Länderhaushalte subventionieren müssen“. Der BDI-Präsident äußerte seine Verwunderung darüber, dass die Krankenkassen dies mit sich machen lassen. „Sie betonen doch sonst immer, sparsam mit den Versichertengeldern umgehen zu müssen“, sagte er.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

19.01.17
Berlin – In die Diskussion, wie die Überschüsse in den öffentlichen Haushalten verwendet werden sollen, haben sich jetzt auch die Krankenhäuser eingeschaltet. „Der Krankenhausbereich muss an oberster......
02.01.17
Erfurt – Thüringens Krankenhäuser erhalten in diesem Jahr mehr Geld für die Ausbildung von Pflegern. Die Summe betrage 24,7 Millionen Euro, eine Million mehr als 2016, teilte der Verband der......
30.12.16
Niedersachsens Krankenhäuser sehen sich weiter in Misere
Hannover – Die niedersächsischen Krankenhäuser sehen ihre finanzielle Situation weiterhin kritisch. Rund die Hälfte der Kliniken im Land habe 2015 keine tragfähigen Ergebnisse erwirtschaftet, teilte......
20.12.16
Krankenhauskosten deutlich gestiegen
Wiesbaden – Ein im Krankenhaus stationär behandelter Patient hat 2015 im Schnitt 4.378 Euro gekostet. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das hat heute das Statistische Bundesamt (Destatis)......
14.12.16
Erfurt – Die Krankenhäuser in Thüringen erhalten im kommenden Jahr für die Behandlung von Patienten mehr Geld von den Krankenkassen. Das Vergütungsvolumen steigt um 69 Millionen Euro auf rund 2,14......
08.12.16
Krankenhaus­finanzierung: Die Qual der Wahl
Düsseldorf/Neuss – Die Krankenhäuser sollen finanziell auf eine solidere Basis gestellt werden. Dabei soll auch der Investitionsstau in den Kliniken aufgelöst werden. Darüber waren sich die Teilnehmer......
02.12.16
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht die Finanzierungsdefizite in der ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus deutlich geringer, als es Studien der Deutschen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige