Medizin

Neuer Risikotest für Diabetes nach der Schwangerschaft

Montag, 26. Oktober 2015

Neuherberg – Forscher des Helmholtz Zentrums München haben einen Test entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit einer Diabeteserkrankung nach der Schwangerschaft vorherzusagen. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Acta Diabetologica erschienen (doi:10.1007/s00592-015-0814-0).

Gestationsdiabetes ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen während der Schwangerschaft. Obwohl die Symptome nach der Entbindung in der Regel verschwinden, haben Gestationsdiabetikerinnen ein erhöhtes Risiko, in den folgenden Jahren eine Zuckerkrankheit zu entwickeln.

Anzeige

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Daten von 257 Fällen von Gestationsdiabetes, die zwischen 1989 und 1999 erfasst und über einen Zeitraum von 20 Jahren nach der Entbindung begleitet wurden. 110 der beobachteten Frauen entwickelten in diesem Zeitraum einen sogenannten Postpartum-Diabetes.

„Bei unserer Berechnung spielen der Body Mass Index (BMI) und die erbliche Vorbelastung eine Rolle, außerdem die Frage, ob die Mutter das Kind gestillt hatte und ob ihr Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt werden musste“, erläutert Meike Köhler, Erstautorin der Studie.

Anhand dieser Parameter konnten die Forscher ein Punktesystem einführen, mit dem sie die Wahrscheinlichkeit für einen Postpartum-Diabetes vorhersagen können. War der errechnete Wert im unteren Bereich, lag die Wahrscheinlichkeit bei rund elf Prozent, innerhalb von fünf Jahren nach der Entbindung Diabetes zu entwickeln, bei höchsten Punktwerten dagegen bei über 80 Prozent.

„Der von uns entwickelte Test ist sehr einfach anzuwenden und könnte künftig in der Klinik als Vorhersagemodell für den Postpartum-Diabetes dienen“, sagte die Studienleiterin und Institutsdirektorin Anette-Gabriele Ziegler. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

30.06.16
Berlin – Bei anhaltender Erschöpfung und depressiver Verstimmung nach der Geburt sollten Ärzte nicht nur an den „Baby-Blues“ denken, warnt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner. Fast jede......
30.06.16
Prävention von Frühgeburten: Versorgungsvertrag geschlossen
Berlin – Ein neuer Versorgungsvertrag namens „Gesund schwanger“ soll durch besondere ambulante Maßnahmen die Frühgeburtenrate senken. Deren Rate ist mit rund zehn Prozent in Deutschland im......
30.06.16
Wiesbaden – In Deutschland sind 2015 so viele Kinder zur Welt gekommen wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigen vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach wurden 737.630 Babys......
30.06.16
Neue S3-Leitlinie für die Diagnose der fetalen Alkohol­spektrum-Störungen
Berlin/Düsseldorf – Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft führt bekanntlich häufig zu Schäden beim ungeborenen Kind. Die jungen Patienten werden aber bislang oft nicht richtig oder......
29.06.16
Arme und alleinstehende Typ 2-Diabetiker sterben früher
Göteborg – Ein niedriges Einkommen und der fehlende Rückhalt einer Ehe erhöhen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Sterberisiko. Dies zeigen die Ergebnisse einer Kohortenstudie in JAMA Internal......
24.06.16
Geburtshilfe: US-Fachgesellschaft rät grundsätzlich von Episiotomie ab
Washington – Obwohl es bei den meisten vaginalen Entbindungen zu Verletzungen des Geburtskanals kommt, rät die US-Fachgesellschaft ACOG in einer aktuellen Leitlinie grundsätzlich von einer Episiotomie......
23.06.16
Schwangerschaft: Cannabis stört Hirnentwicklung anders als Rauchen
Rotterdam – Ein Cannabiskonsum während der Schwangerschaft führt zu Veränderungen der Hirnentwicklung beim Feten, die in einer Studie in Biological Psychiatry (2016; 79: 971-979) im Vorschulalter von......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige