Politik

Krankenhaus­gesellschaft befürchtet Flickenteppich bei Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Dienstag, 27. Oktober 2015

Düsseldorf – Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die im August vorgestellte Gesundheitskarte für Flüchtlinge begrüßt, befürchtet jedoch bei deren Einführung ab Anfang 2016 einen Flickenteppich. „Die Kommunen entscheiden selbstständig über die Teilnahme an der Gesundheitskarte. Für eine Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge und deren Finanzierbarkeit ist allerdings eine flächendeckende Gesundheitskarte für Flüchtlinge erforderlich“, hieß es aus der Krankenhausgesellschaft. Ein Hinderungsgrund sei, dass für die Kommunen als Verwaltungsgebühr für die Krankenkassen zusätzlich Kosten in Höhe von acht Prozent anfielen.

„Es mehren sich die Probleme der Krankenhäuser, die Kosten der notwendigen Behandlungen erstattet zu erhalten, zu einem strukturellen Problem mit teilweise erheblichen Ausmaßen“, hieß es bereits vor rund einem Monat in einer internen Handreichung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) für ihre Mitgliedsgesellschaften, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt. Auch benötigten die Kliniken Rechtssicherheit darüber, welche Leistungen sie über die Gesundheitskarte für Flüchtlinge abrechnen könnten und welche nicht.

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Jenseits von verwaltungstechnischen Fragen ist die Behandlung von Krankheiten und Infektionen, mit denen sich die Flüchtlinge auf der Flucht angesteckt haben, für das Klinikpersonal oft eine Herausforderung: Viele dieser Krankheiten seien in Deutschland mittlerweile sehr selten geworden, berichtet Lothar Kratz, Sprecher der Krankenhausgesellschaft NRW. Die Krankenhäuser in Land seien sich ihrer Verantwortung und Pflicht aber bewusst und trügen maßgeblich zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen bei, so Kratz. © hil/aerzteblatt.de

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