Politik

Krankenkasse sieht Erfolge der Internet-Beratung bei Depression

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Hamburg – Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Depression profitieren von einer therapeutischen Online-Begleitung. Bei einem Pilotprojekt der Techniker Kranken­kasse (TK) und der Freien Universität Berlin mit einem internetgestützten Beratungs­programm sei die Depression der Teilnehmer gemessen mit dem sogenannten Beck Depressionsinventar II (BDI II) von 21,98 auf 9,98 Punkte zurück gegangen, teilte die TK mit.

Der Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (BVDP) unterstützt grundsätzlich die Anwendung von zertifizierten Online-Angeboten bei leichten bis mittelschweren Depressionen. „Man muss sich aber bewusst machen, dass ein großer Teil leichter Depressionen keiner Therapie bedarf und sich auch spontan bessert. Bei schweren und wiederkehrenden Depressionen sollte immer ein Facharzt konsultiert werden“, sagte die Vorsitzende des Berufsverbandes, Christa Roth-Sackenheim, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

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An dem Pilotprojekt, dem so genannten TK-Depressions-Coach, haben 1.000 Menschen teilgenommen. Innerhalb von sechs Wochen durchliefen die Teilnehmer ein struk­turiertes Aufgabenprogramm, erledigten Schreibaufgaben und erhielten multimediale Audio- und Video-Schulungen.

Ein Teil der Patienten durchlief die automatisierte Variante des Programms ohne indivi­duelle schriftliche Rückmeldungen. In der zweiten Gruppe erhielten die Teilnehmer wöchentlich schriftliche Rückmeldungen von einem speziell geschulten Therapeuten. „Die Depression hat sich im Durchschnitt von einem mittelschweren Krankheitsbild auf einen klinisch nicht mehr bedeutsamen Wert verbessert“, erklärte der Leiter des TK-Versorgungsmanagements Klaus Rupp.

Während bei der automatisierten Variante des Depressions-Coachs 76 Prozent der Teilnehmer das Programm bis zum Ende durchgehalten haben, waren es in der Variante mit einer individuellen Betreuung 84 Prozent. „Bei beiden Gruppen hat sich die Depression gebessert, aber der schriftliche Austausch mit den Therapeuten führt zu deutlich besseren Ergebnissen als die automatisierte Variante“, sagte die Psychologin und Studienleiterin Christine Knaevelsrud.

Das zeige sich auch in der Zufriedenheit der Teilnehmer. In der betreuten Variante des Depressions-Coachs waren 89 Prozent zufrieden mit dem Programm (79 Prozent in der automatisierten Variante) und 81 Prozent würden es weiterempfehlen (70 Prozent in der automatisierten Version).

„Der Depressions-Coach ist auch in Regionen mit einem dünnen Therapieangebot schnell und leicht zugänglich. Außerdem werden die Teilnehmer selbst aktiv und müssen sich kontinuierlich mit ihrer Depression auseinandersetzen“, sagte Rupp. © hil/aerzteblatt.de

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bkiessling
am Montag, 2. November 2015, 17:10

Dystopie

An dem Tag, an dem Roboter und Computer sich der Menschen annehmen, welchen es schlecht geht, können wir endgültig mit unserer modernen Zivilisation abschließen. Wie armselig sind wir denn daß wir reiches Land uns nicht mal Hilfe in der Not von Mensch zu Mensch leisten wollen sondern online Medien dazu benutzen? Andererseits ... warum denn auch nicht? Kinder- und Altenentsorgunsstätten haben wir ja schon. Öfter mal was Neues.
Herz1952
am Sonntag, 1. November 2015, 13:57

Die Krankenkassen wissen (immer) alles besser

Es sind immer die Geldeintreiber der Krankenkasse, die einen Therapievorschlag machen. Der eigentliche Medizinische Dienst der Krankenkasse ist nicht einmal eingebunden. Um eine einigermaßen gesicherte Diagnose zu stellen können Monate vergehen.

Vor allem bei psychotischen Depressionen können Verhaltenstherapien fatale Folgen haben.
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