Medizin

Verheiratete überstehen Herzoperationen besser

Freitag, 30. Oktober 2015

Philadelphia – Die soziale Unterstützung durch einen Lebenspartner kann für ältere Erwachsene überlebenswichtig sein, wenn sie sich einer Herzoperation unterziehen müssen. Dies geht aus einer Kohortenstudie in JAMA Surgery (2015; doi: 10.1001/jamasurg.2015.3240) hervor.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Patienten eine Bypass-Operation besser überstehen, wenn sie in einer harmonischen Partnerschaft leben. Mark Neuman und Rachel Werner von der Perelman School of Medicine in Philadelphia haben sich deshalb in ihrer Untersuchung auf die postoperative Phase konzentriert. Dazu werteten sie die Daten der Health and Retirement Study aus, die seit 1988 eine Gruppe von fast 30.000 US-Amerikanern im Alter über 50 Jahren begleitet. Darunter waren insgesamt 1.576 Mitglieder, die sich einer Herzoperation unterzogen haben.

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Endpunkt der Studie war ein Todesfall oder eine Einschränkung in einer von sechs Aktivitäten des täglichen Lebens, die essenziell für die Selbständigkeit sind. Dies waren Anziehen, Bewegungsfähigkeit, Baden, Essen, Toilettenbenutzung und die Fähigkeit allein ins Bett zu steigen und wieder aufzustehen.

Von den verheirateten Teilnehmern der Studie waren 19 Prozent in den ersten zwei Jahren nach der Operation entweder gestorben oder in ihrer Alltagsaktivität einge­schränkt. Bei den Teilnehmern, die geschiedenen waren oder getrennt lebten, waren es 29 Prozent. Die verwitweten Personen hatten den Endpunkt sogar zu 34 Prozent erreicht. Bei Personen, die niemals geheiratet hatten, waren es 20 Prozent. Lebens­lange Singles kamen demnach mit den Schwierigkeiten nach einer Herzope­ration besser zurecht als Personen, die eine längere Partnerschaft hinter sich hatten. Für die Geschiedenen oder getrennt Lebenden ermitteln Neuman und Werner eine Odds Ratio von 1,55 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,06-2,28). Bei den Verwitweten waren es 1,60 (1,15-2,23).

Die Gründe für die schlechtere postoperative Erholung kann die Studie nicht klären. Eine Ursache könnte sei, dass Verheiratete einen höheren Lebenswillen haben, der sie kardiovaskuläre Risikofaktoren vermeiden lässt.

© rme/aerzteblatt.de

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