Medizin

Meta-Analyse: Fettarme Diäten langfristig ohne Vorteile

Samstag, 31. Oktober 2015

Boston – Eine fettreduzierte Kost, lange Zeit als die effektivste Variante der Kalorien­restriktion gepriesen, zeigte in randomisierten Studien langfristig keine bessere Wirkung als andere Diäten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse in Lancet Diabetes & Endocrinology (2015; doi: 10.1016/S2213-8587(15)00367-8).

Weil Fett pro Gewichtseinheit fast doppelt so viele Kalorien enthält wie Kohlenhydrate oder Proteine, erschien eine fettarme Kost als der leichteste Weg zur Gewichtsreduktion. Immerhin musste die Größe der Portionen weniger eingeschränkt werden als bei anderen Diäten. Das klingt plausibel, langfristig erzielen fettreduzierte Diäten jedoch eine vergleichsweise geringe Gewichtsabnahme, wie ein Team um Frank Hu von der T.H. Chan School of Public Health in Boston in einer Meta-Analyse aus 53 Studien mit 68.128 Teilnehmern zeigt, die ihre Diät über mindestens ein Jahr eingehalten hatten.

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Die fettreduzierte Diät war dort zwar einer Normalkost überlegen. Der Unterschied betrug im Durchschnitt 5,41 kg. Unter einer kohlenhydratarmen Kost nahmen die Teilnehmer jedoch um 1,15 kg mehr ab als unter einer fettreduzierten Diät. In einem direkten Vergleich führten sogar Diäten mit einem höheren Fettanteil eher zu einer größeren Gewichtsabnahme. Auch in Studien, in denen nicht die Gewichtsabnahme, sondern der Fettstoffwechsel oder der Einfluss auf Krebserkrankungen das Ziel der Diät war, konnte Hu keinen Vorteil der fettreduzierten Kost erkennen.

Für den Forscher sollte nicht der relative Anteil von Fetten, Kohlenhydraten oder Proteinen die Wahl einer Diät beeinflussen. Hu rät, die Zusammensetzung der Kost auf das kulturelle Umfeld und die individuellen Präferenzen der Diätwilligen abzustimmen. Das Ziel müsse sein, die langfristige Einhaltung der Diät zu sichern und eine günstige Wirkung auf die kardiovaskuläre Gesundheit zu erzielen. © rme/aerzteblatt.de

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